Synode Zürich

Reformierte unterstützen muslimische Organisationen

Die Reformierte Kirche des Kantons Zürich unterstützt nicht anerkannte Religionsgemeinschaften mit einer Million Franken pro Jahr. Das hat die Synode nach einer längeren Debatte beschlossen.
Der Kirchenrat hat sich mit seinem Vorschlag, nicht anerkannte Religionsgemeinschaften zu unterstützen, an der Synode durchgesetzt. (Bild: Gion Pfander)

Die Reformierte Kirche des Kantons Zürich gibt Geld aus dem Staatsbeitrag an nicht anerkannte Religionsgemeinschaften weiter. Die Kirchensynode hiess drei entsprechende Kredite in Gesamthöhe von einer Million Franken pro Jahr gut. Das Geld geht zu einem grossen Teil an die Vereinigung der islamischen Organisationen im Kanton Zürich (VIOZ), die muslimische Seelsorge in Spitälern, Asylzentren und Gefängnissen anbietet.

Gegen die Pläne des Kirchenrats gab es Opposition. Im März 2024 hatte die Synode die Vorlage abgelehnt mit der Bitte um mehr Transparenz dazu, wie die Gelder verwendet werden sollen. Und obwohl dieses Manko behoben wurde, entbrannte auch dieses Mal eine Grundsatzdebatte. Kritisiert wurden nicht die einzelnen Projekte, die alle bereits die Pilotphase hinter sich haben. «Dass die christliche Kirche den Islam fördert, geht nicht», sagte Michael Baumann (Evangelisch-kirchliche Fraktion). Eine solche Massnahme würde die Menschen aus der Kirche treiben, behauptete er. Eine «schleichende öffentlich-rechtliche Anerkennung» sieht in dem Schritt auch Ivan Walther-Tschudi (Liberale Fraktion). «Die Bevölkerung wäre nicht einverstanden, dass die Landeskirche sich als Geburtshelferin und Hebamme zur Verfügung stellt», sagte er.

Kirchenrätin Esther Straub entgegnete, dass sich die reformierte Landeskirche nicht als Konkurrenz, sondern als Partnerin anderer Religionsgemeinschaften sehen sollte. «Wir sollten einander nicht das Evangelium streitig machen.» Zudem sei der Verlust an Mitgliedern just in den letzten zwei Jahren, in der die Unterstützung debattiert wurde, deutlich zurückgegangen. Der Vorwurf, die Unterstützung würde zu Kirchenaustritten führen, wies sie damit zurück.

Renato Pfeffer ergänzte im Namen der Religiös-sozialen Fraktion, dass die Projekte der Radikalisierung entgegenwirken würden, da sie die Aus- und Weiterbildung von muslimischen Seelsorgern sowie tragfähige Strukturen ermöglichten. «Wir fördern den Dialog zwischen den Religionen.» Am Ende einer längeren Debatte sprachen sich bei den drei einzeln zur Abstimmung gebrachten Vorlagen jeweils rund 70 Synodale für die Unterstützung aus. Um die 30 waren dagegen.

Alle anerkannten Glaubensgemeinschaften erhalten vom Kanton Zürich jedes Jahr insgesamt 50 Millionen Franken für gesamtgesellschaftliche Leistungen. Der Kantonsrat hat die Gelder Anfang dieses Jahres bis 2031 bewilligt (wir berichteten). Die Reformierte Kirche des Kantons Zürich will mit der Weitergabe der Gelder an nicht anerkannte Religionsgemeinschaften auch ihren Nutzen für die Gesellschaft betonen. Dafür spannt sie erstmals mit der katholischen Kirche im Kanton Zürich zusammen. Diese hatte ihre Unterstützung in selber Höhe kürzlich zugesichert (wir berichteten).

Noch droht dem Vorhaben aber Ungemach von politischer Seite. Im Kantonsrat waren kürzlich Vertreter der SVP und der FDP mit einer parlamentarischen Initiative erfolgreich, die eine Änderung des Kirchengesetzes verlangt. Diese könnte die Weitergabe von Geldern der Landeskirchen an Muslime und Orthodoxe noch verhindern.

Budget genehmigt, Klimadebatte verschoben

Die Synode hat das Budget fürs kommende Jahr ohne Gegenstimme bei einer Enthaltung genehmigt. Dieses sieht bei einem Ertrag von 104 Millionen Franken ein Minus von 7,1 Millionen Franken vor. Die Debatte um die «Schöpfungsinitiative» wurde auf die nächste Sitzung am 27. Januar 2026 verschoben. Die erste erfolgreich lancierte kirchliche Volksinitiative fordert verbindliche Klimaziele für die Reformierte Kirche des Kantons Zürich. Der Kirchenrat unterstützt das Vorhaben, die Vorlage ist allerdings umstritten. (eba)

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