Zürich
Katholiken unterstützen andere Religionen finanziell
Die Katholische Kirche im Kanton Zürich gibt Geld aus dem Staatsbeitrag an nicht anerkannte Religionsgemeinschaften weiter. Das hat die Synode laut einer Mitteilung deutlich entschieden. Demnach fliessen 2026 fast 800'000 Franken an den Verband islamischer Organisationen Zürich (VIOZ) sowie rund 200'000 Franken an den Verband der orthodoxen Kirchen (VOK). Kleinere Projekte einer buddhistischen Gemeinschaft sowie einer Freikirche seien bereits durch die Exekutive in Eigenkompetenz bewilligt worden.
Die Gelder fliessen in Aufgaben, die in gesamtgesellschaftlichen Interesse stehen, heisst es in der Mitteilung. Darunter etwa Seelsorge in Spitälern oder Gefängnissen. Die Beiträge sollen bis 2031 fliessen, bis dann will der Kanton Zürich gesetzliche Grundlagen schaffen, um auch gesamtgesellschaftliche Leistungen von nicht anerkannten Religionsgemeinschaften zu unterstützen.
Die Zürcher Reformierten entscheiden an der Synode vom 18. November über die Weitergabe von rund einer halben Million Franken an den VIOZ. Die beiden Landeskirchen unterstützen die Ausbildung muslimischer Spital- und Gefängnisseelsorger schon länger.
Alle anerkannten Glaubensgemeinschaften erhalten vom Kanton Zürich jedes Jahr insgesamt 50 Millionen Franken für gesamtgesellschaftliche Leistungen. Nebst den beiden Landeskirchen profitieren auch die Christkatholische Kirchgemeinde Zürich (CKZ) sowie zwei als Vereine organisierte jüdische Gemeinden von diesen Geldern. Die Verteilung erfolgt anhand der Anzahl Mitglieder.
Die Weitergabe von Geldern an muslimische, orthodoxe und andere Gemeinschaften beschäftigt auch die Politik. Im Zürcher Kantonsrat ist ein Vorstoss hängig, der dies beenden will. (gab)