Reformierte Landeskirche Zürich macht fünf Millionen Franken Gewinn

Die Jahresrechnung 2019 der Zentralkasse der Evangelisch-reformierten Landeskirche des Kantons Zürich schliesst mit einem Gewinn von 5,2 Millionen Franken. «Eine Rechnung zum Geniessen», hiess es im Kirchenparlament mit Blick auf den absehbaren Ertragsrückgang in den nächsten Jahren.


Die Rechnung 2019 der Landeskirche Zürich schliesst deutlich besser als die budgetierten 1,4 Millionen Franken. Hauptsächlich hätten Unterschreitungen beim Personalaufwand, bei den Sachkosten und bei den Beiträgen auf der Aufwandseite sowie ein besseres Ergebnis bei den betrieblichen Erlösen und Rückerstattungen sowie Wertschriftengewinne und Finanzerträge zum guten Ergebnis geführt, wie es in einer Medienmitteilung vom 7. Juli heisst.

Die Kirchensynode genehmigte die Jahresrechnung an ihrer Sitzung vom 7. Juli mit 99 Ja-Stimmen (bei 104 anwesenden Synodalen). Ebenfalls gutgeheissen wurde der Jahresbericht des Kirchenrates und der Rekurskommission 2019.

Deutlicher Rückgang der Steuererträge erwartet

Der Ertragsüberschuss werde dem Eigenkapital zugeschrieben, das damit auf rund 57 Millionen Franken wächst. Das sei «eine Rechnung zum Geniessen» und sorge für eine gewisse Gelassenheit im Hinblick auf die wirtschaftlich anspruchsvolleren Zeiten, denen die Kirche entgegengehe, wird Gerhard Hubmann, Präsident der Finanzkommission in der Mitteilung zitiert. Die Auswirkungen der sich abzeichnenden Wirtschaftskrise würden sich für die Landeskirche und ihre Kirchgemeinden erst später niederschlagen.

So schätzt Kirchenrätin Katharina Kull, Vorsteherin des Ressorts Finanzen, den Rückgang der Steuererträge in zwei Jahren auf ein Minus von gegen 25 Prozent bei den Unternehmen und ein Minus von 10 Prozent bei den Steuererträgen von Mitgliedern. Die Kirchensynode werde sich in der Novembersitzung im Rahmen der Budgetdebatte erneut mit den finanziellen Perspektiven befassen.

Mehr «Grüne Güggel»

Thema war laut Mitteilung auch die Umwelt. In den kommenden Jahren wolle sich die Landeskirche stärker im Umweltbereich engagieren. Dies geht aus der Antwort des Kirchenrates auf eine Interpellation zurück. Der Kirchenrat hält fest, dass Ökologie in den Legislaturzielen 2020 bis 2024 einen Schwerpunkt bildet: Mit «Umweltbewusst handeln» wolle der Kirchenrat ein für Kirchgemeinden und Gesamtkirchliche Dienste verbindliches Umweltmanagement schaffen und die Zertifizierung aller Kirchgemeinden mit dem «Grünen Güggel» erreichen. Ziel soll sein, über die Verringerung umweltbelastender Emissionen hinaus ein grundsätzlich umweltpositives Verhalten der Kirche zu fördern. (bat)