Reformierte Synode ZH: Keine Starthilfe für «Grünen Güggel»

Die Kirchgemeinden sollen die Einführung von Umweltmanagementsystemen wie dem «Grünen Güggel» selber an die Hand nehmen, findet der Kirchenrat. Die Synode folgte dem Rat: Eine finanzielle Starthilfe wird es deshalb vorderhand nicht geben.

Der Grüne Gockel ist das Symbol für ein Umweltprogramm der evangelischen Kirchen in Deutschland.

Wie die reformierte Landeskirche Zürich in in einer Mitteilung schreibt, wollten die Initianten des Postulats «Grüner Güggel» vom Kirchenrat wissen, mit welchem Mehrwert das Programm in der Zürcher Landeskirche eingeführt werden könnte. In Deutschland, wo das Programm «Grüner Gockel» heisst, verwenden es bereits mehr als 500 Kirchgemeinden und Institutionen.

Für den Kirchenrat stehen Nutzen und Wert des «Grünen Güggels» grundsätzlich ausser Frage, hat er doch 2013 selber ein Umweltleitbild für die Landeskirche verabschiedet. Er empfiehlt deshalb den Kirchgemeinden den «Grünen Güggel» zur Übernahme. Mit Rücksicht auf die Ressourcen in den Gemeinden und auch aufgrund seinen eigenen Priorisierungen sieht sich der Kirchenrat aber vorderhand nicht imstande, das Programm flächendeckend einzuführen. Die Kirchensynode folgte an ihrer Versammlung vom 10. Juni dem Kirchenrat in dieser Argumentation.

Die Postulanten und die Mitglieder der vorberatende Kommission bemängelten, dass der Kirchenrat dem unbestrittenen Anliegen kaum unterstützende Massnahmen folgen lässt. Wünschbar sei beispielsweise die Finanzierung einer Erstberatung für Kirchgemeinden, die die Umsetzung eines Umweltmanagementssystems in Betracht ziehen. Roland Peter aus Winterthur Veltheim erwägt deshalb, das Geschäft in Form einer Motion erneut zurück ins Kirchenparlament zu bringen. Damit soll der Kirchenrat – anders als im jetzt abgeschriebenen Postulat – zu konkreteren Schritten bei der Starthilfe des «Grünen Güggels» verpflichtet werden.

Sorge um Orgelmusik
Zustimmende Kenntnisnahme beschloss die Kirchensynode zum Bericht des Kirchenrates beim Postulat «Orgelsymposium». Dabei ging es um eine Resolution von 2011 zur Förderung der Orgelmusik. Die Postulanten machten auf einen zunehmenden Bedeutungsverlust der Orgelmusik aufmerksam und schlugen verschiedene Massnahmen zum Erhalt dieses musikalischen Kulturguts und zur Förderung des Organistennachwuchses vor. Der Kirchenrat unterstützt die Stossrichtung grundsätzlich, wies aber darauf hin, dass eine solche Förderung nur im Verbund mit anderen Institutionen möglich ist und zusammen mit anderen Zielsetzungen wie der Erarbeitung «zukunftsfähiger Gottesdienstformate» gesehen werden muss.

Jahresrechnung 5 Millionen im Plus
Die Rechnung 2013 der Zentralkasse wurde von der Kirchensynode diskussionslos und einstimmig gutgeheissen. Knapp 5,2 Millionen Franken werden dem Eigenkapital gutgeschrieben. Weder der Präsident der Finanzkommission, Markus Bürgin, noch der für die Finanzen zuständige Kirchenrat, Fritz Oesch, wollten nach diesem Ergebnis aber den Fuss von der Sparbremse nehmen: Die Mittel würden trotz kürzlich gewonnener Abstimmung über die Kirchensteuerinitiative weiter abnehmen. «Wir haben dadurch eine Gnadenfrist erhalten», sagte Bürgin vor den Synodalen. Es gelte deshalb weiterhin, haushälterisch mit den vorhandenen Mitteln umzugehen.