Reformierte Kirchen Bern-Jura-Solothurn

Synodale sagen Ja zu Schutzkonzept

Die Synodalen der Reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn haben einen Kredit für ein Schutzkonzept gegen Machtmissbrauch bewilligt. Das Budget für das nächste Jahr sieht einen Aufwandüberschuss von 2,4 Millionen Franken vor.

Der Kreis der Kantonalkirchen mit einem Schutzkonzept gegen Machtmissbrauch wird grösser. Die Reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn (Refbejuso) verfügen ab 2025 ebenfalls über ein solches. Die Synodalen haben einem Kredit zugestimmt, der einmalige Ausgaben von 145'000 Franken und jährlich wiederkehrende Ausgaben von 36'800 Franken vorsieht, wie Refbejuso in einer Medienmitteilung schreiben.

Im Kredit enthalten ist eine Teilzeitstelle für die Projektleitung. Das neue Konzept klärt die genauen Abläufe bei Meldungen zu spirituellem oder sexuellem Missbrauch und definiert Ansprechpersonen von internen und externen Meldestellen. Ausserdem sind regelmässige Weiterbildungen für Angestellte und Freiwillige geplant.

Verwaltung muss über die Bücher

Einen Rückschlag erlitten hat hingegen das Projekt zur «Förderung einer inklusiven Kirche für Erwachsene mit kognitiven Behinderungen». Dieses sah vor, dass bewährte Angebote gesammelt und weitervermittelt werden sowie eine ordinierte Pfarrperson mit Zusatzqualifikation zum Einsatz kommt.

Die Synodalen wiesen den dafür nötigen Kredit in der Höhe von 590'000 Franken für einen Zeitraum von vier Jahren zurück. Die Stellenbeschreibung sei zu vage, wurde kritisiert. Ausserdem sei der konkrete Nutzen des Projekts für die Kirchgemeinden unklar - auch, was nach vier Jahren damit geschehen soll.

Gleichzeitig betonten die Synodalen, dass Angebote für die Schwächsten in der Gesellschaft elementar seien und die Angebotslücken im Kirchengebiet geschlossen werden müssten. Sie erteilten der Exekutive den Auftrag, das Konzept zu überarbeiten und so schnell wie möglich erneut der Synode vorzulegen.

Defizit von 2,4 Millionen Franken

Dafür zeigten sich die Synodalen bereit, Mission 21 unter die Arme zu greifen. Das Hilfswerk ist finanziell angeschlagen und hat die Deutschschweizer Landeskirchen um eine Überbrückungshilfe für die Jahre 2024 und 2025 gebeten. Die Synodalen von Refbejuso haben deshalb beschlossen, den Beitrag an das Hilfswerk im kommenden Jahr um 100'000 Franken zu erhöhen – wie schon letztes Jahr. Zurzeit arbeitet die Evangelisch-reformierte Kirche Schweiz (EKS) an einer nachhaltigen Finanzierungsstrategie für Mission 21, die ab 2026 zum Tragen kommen soll.

Schliesslich haben die Synodalen von refbejuso das Budget 2025 ohne Gegenstimme bewilligt. Dieses sieht bei einem Aufwand von knapp 91 Millionen Franken ein Defizit von 2,4 Millionen Franken vor. Das Defizit soll gemäss der Botschaft zum Budget mit den Reserven finanziert werden. Der Aufwandüberschuss sei zur Hälfte auf höhere Personalkosten zurückzuführen, die wiederum mit Anstiegen in der Gehaltsstufe und dem Teuerungsausgleich zusammenhängen. Auch der übrige Betriebsaufwand nehme um 600'000 Franken zu. (pef)

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