Ratspräsidentin macht sich stark für Flüchtlinge
Zum Auftakt der dreitägigen Synode der Evangelisch-reformierten Kirche Schweiz (EKS) in Olten hat sich Ratspräsidentin Rita Famos für eine humane Flüchtlingspolitik ausgesprochen. Famos begrüsste den Entscheid des Bundesrats, das UN-Programm zur Neuansiedlung von Flüchtenden in der Schweiz
Der Bundesrat hatte am Freitag grünes Licht für die Wiederaufnahme des sogenannten Resettlement-Programms der Uno für Flüchtlinge gegeben. Zuvor war dieses aufgrund der starken Auslastung der Asylunterkünfte sistiert worden. In den Jahren 2024 und 2025 sollen nun wieder bis zu 1600 besonders schutzbedürftige Flüchtlinge aufgenommen werden (ref.ch berichtete).
Famos betonte, dass sich die EKS seit Jahren für die Weiterführung des Programms eingesetzt habe, unter anderem mit einem Schreiben an den Bundesrat. Bei der Aufnahme der Schutzbedürftigen könnten auch Kirchen und Kirchgemeinden eine wichtige Rolle spielen. «Ich bin sicher, dass auch wir als Kirche Bund und Behörden unterstützen werden, wo wir können», sagte Famos.
Zügig gingen die Wahlgeschäfte über die Bühne. Nach dem Rücktritt von Annelies Hegnauer aus der Geschäftsprüfungskommission (GPK) mussten das Präsidium sowie ein weiterer Sitz neu besetzt werden. Da es keine Gegenkandidaten gab, wurden die Entscheide in stiller Wahl getroffen. Zum neuen Präsidenten wurde das bisherige GPK-Mitglied Christoph Zingg gewählt. Zingg ist Pfarrer in der reformierten Kirchgemeinde Cadi im Kanton Graubünden. Als Mitglied rückte Corinne Duc aus der Zürcher Kirche in das Gremium nach. In stiller Wahl wurde auch der neue Präsident der Kommission für die Gesprächssynode, Roman Baur, gewählt.
Um eine Personalie ging es auch bei der Wortmeldung von Claudia Haslebacher. Das EKS-Ratsmitglied hatte im April überraschend den Rücktritt aus der Exekutive bekanntgegeben. Ausschlaggebend seien «persönliche Gründe» gewesen, wie es in der Mitteilung der EKS damals hiess. Dies habe teilweise für Irritationen gesorgt, stellte Haslebacher nun an der Synode fest. Sie präzisierte, dass ihr Rücktritt aus familiären Gründen sowie aufgrund eines «gesundheitlichen Vorfalls» in ihrem Umfeld erfolgt sei. «Ich habe meine Entscheidung mit schwerem Herzen getroffen», sagte sie.
Zur Ersatzwahl kommt es an der Herbstsynode im November in Bern. Haslebacher amtet noch bis Ende Jahr als Ratsmitglied. (no)