Pfarrerin von Fällanden aus dem Amt abberufen

Die Pfarrerin von Fällanden habe sich zur Führung eines Pfarramts «als unfähig und unwürdig erwiesen», findet der Zürcher Kirchenrat. Damit endet vorläufig ein jahrelanger Konflikt.


Der reformierte Zürcher Kirchenrat hat in der Kirchgemeinde Fällanden durchgegriffen und die Pfarrerin aus dem Pfarramt abberufen. In seiner abschliessenden Beurteilung gelangte er zum Schluss, dass die Frau «sich aufgrund ihres Verhaltens insbesondere in den Bereichen Zusammenarbeit und Kommunikation zur Führung eines Pfarramts als unfähig und unwürdig erwiesen hat», wie es in einer Medienmitteilung der Landeskirche vom 9. Oktober heisst. Unter diesen Vorzeichen werde es ihr nicht gelingen, das Vertrauen der Kirchgemeinde in der erforderlichen Klarheit wiederzugewinnen.

Der Kirchgemeinde und der Kirchenpflege sei eine weitere Zusammenarbeit mit der Pfarrerin deshalb nicht zumutbar, «da die dafür erforderliche Vertrauensgrundlage nicht mehr vorhanden ist.» Auch müsse davon ausgegangen werden, dass sich die bisherigen Spannungen und Konflikte fortsetzen würden. Somit endet ein vor drei Jahren begonnenes Administrativverfahren gegen die Pfarrerin.

Jahrelanger Konflikt

Hintergrund der Abberufung sind Spannungen in der Kirchenpflege und im Pfarramt Fällanden. 2015 und 2016 eskalierte die Situation, indem die nun aus dem Amt enthobene Pfarrerin gegen ihre Pfarrkollegin – aufgrund von anonymen Zusendungen – und gegen den Kirchenpflegepräsidenten – unter anderem wegen Amtsmissbrauchs – Strafanzeige einreichte. Diese Verfahren wurden eingestellt.

Die abberufene Pfarrerin war für eine Stellungnahme für ref.ch nicht erreichbar. (bat)