Keine Ruhe in Fällanden ZH: Pfarrerin suspendiert

Der Kirchenrat eröffnet ein Administrativverfahren gegen den Fällander Kirchenpflegepräsidenten und ein Kirchenpflegemitglied. Zudem wurde die verbliebene Pfarrerin suspendiert. Der bereits länger andauernde Konflikt belastet die Kirchgemeinde, eine Polarisierung unter den Kirchgemeindemitgliedern zeichnet sich ab.

Die reformierte Kirche im zürcherischen Fällanden. Die Massnahmen des Kirchenrats sollen dafür sorgen, dass in der Kirchgemeinde wieder Ruhe einkehrt. (Bild: Google Street View)

Die Verantwortung des Kirchenrates gegenüber der ganzen Kirchgemeinde gebietet es, den wiederholten Konfliktsituationen in der Kirchgemeinde auf den Grund zu gehen, schreibt die reformierte Landeskirche Zürich am 23. Januar in einer Mitteilung. Der Kirchenrat habe deshalb beschlossen, dass das bereits im November gegen eine Pfarrerin eröffnete Administrativverfahren auf die ganze Kirchenpflege ausgedehnt werde – insbesondere auch auf den Kirchenpflegepräsidenten und ein weiteres Mitglied der Kirchenpflege. Mit der Durchführung der Untersuchung wird eine externe Person beauftragt.

Eine Administrativuntersuchung bedeutet für die betroffenen Personen erfahrungsgemäss eine erhebliche Belastung, heisst es weiter. Vor diesem Hintergrund und angesichts der schwierigen Zusammenarbeit habe der Kirchenrat beschlossen, die noch verbleibende gewählte Pfarrerin im Sinne einer vorsorglichen Massnahme zu suspendieren.

Stellvertretung gesucht

Die Suspendierung sei mit sofortiger Wirkung erfolgt, wie Nicolas Mori, Leiter Kommunikation der reformierten Kirche Kanton Zürich auf Anfrage von ref.ch sagt. Am Sonntag habe notfallmässig ein Ersatz den Gottesdienst gehalten. Nun werde abgeklärt, wer in Fällanden die Stellvertretung übernehme. Im Dezember hatte die Kollegin der nun suspendierten Pfarrerin angekündigt, nicht mehr in die Kirchgemeinde zurückzukehren.

Eine mögliche Suspendierung stellt der Kirchenrat auch bezüglich des Präsidenten sowie eines weiteren Mitglieds der Kirchenpflege in Aussicht. Vorher würden die Betroffenen angehört, was bei der Pfarrerin bereits erfolgt sei. Im Falle einer Suspendierung des Präsidenten werde ein Interimspräsidium zusammen mit den übrigen Mitgliedern der Kirchenpflege die Amtsgeschäfte führen.

Erhebliche Mängel festgestellt

Der Kirchenrat und die Bezirkskirchenpflege Uster haben in den vergangenen Jahren wiederholt von Spannungen in der Kirchenpflege und im Pfarramt Fällanden Kenntnis erhalten, wie es in der Mitteilung heisst. Als die Situation eskalierte, veranlasste der Kirchenrat im Juli 2016, ein Coaching einzurichten, um die Arbeits- und Kommunikationsweisen sowie die Abläufe in der Kirchgemeinde zu überprüfen und Verbesserungsvorschläge zu machen.

Die Analyse ergab, dass in der Kirchgemeinde in der Führung und bezüglich Verantwortungen, Kompetenzen und Aufgaben sowie hinsichtlich definierter Prozesse erhebliche Mängel bestehen. Zudem zeichne sich aufgrund des anhaltenden Konflikts eine Polarisierung der Kirchgemeindemitglieder ab.