Orange Lichter gegen Gewalt an Frauen

Im Rahmen der «16 Tage gegen Gewalt an Frauen*» soll der Berner Münsterturm orange beleuchtet werden. Die Kampagne des Christlichen Friedensdienstes nimmt dieses Jahr die älteren Frauen in den Blick.


Der Christliche Friedensdienst (cfd) will mit seiner neuen Kampagne auf das Thema Gewalt gegen Frauen im Alter aufmerksam machen. Diese Gewalt nehme unterschiedlichste Formen an und sei besonders tabuisiert, schreibt der cfd am 25. November in einer Mitteilung.

Ältere Frauen seien beispielsweise oft physischer und psychischer Gewalt durch Angehörige oder Pflegende ausgesetzt. Zudem werde oft nicht über Sexualität im Alter gesprochen, was auch das Reden über sexuelle Übergriffe erschwere.

Um für das Thema zu sensibilisieren, sind in den kommenden 16 Tagen zahlreiche Veranstaltungen und Aktionen von über 100 Partnerorganisationen geplant, wie der cfd weiter schreibt. So wird etwa der Turm des Berner Münsters vom 26. bis zum 28. November abends orange beleuchtet.

«Damit wollen wir das Thema in den öffentlichen Raum tragen. Die Gesellschaft muss hinschauen und über die Gewalt sprechen, damit allen klar wird, dass sie inakzeptabel ist», wird Kampagnenleiterin Anna-Béatrice Schmaltz in der Medienmitteilung zitiert.

Als Flüchtlingshilfe gegründet

Die Kampagne «16 Tage gegen Gewalt an Frauen*» findet heuer bereits zum zwölften Mal in der Schweiz statt und dauert jeweils vom 25. November, dem Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen, bis zum 10. Dezember, dem Internationalen Tag der Menschenrechte. Jedes Jahr wird eine andere Form geschlechtsspezifischer Gewalt thematisiert.

Koordiniert wird die Aktion von der feministischen Friedensorganisation cfd. Kurz vor dem Zeiten Weltkrieg unter dem Namen «Kreuzritter-Flüchtlingshilfe» gegründet, setzte sich die Organisation zunächst für Menschen ein, die vor den Nationalsozialisten in die Schweiz geflüchtet waren.

Heute ist sie unter anderem in der Entwicklungszusammenarbeit aktiv. Nach eigenen Angaben unterstützt der cfd Projekte mit Frauen in Nahost, in Südosteuropa und im Maghreb. In der Schweiz realisiert er zudem Projekte mit Migrantinnen. (vbu)