Christlicher Friedensdienst fordert ein Internet ohne Gewalt

Zum Weltfrauentag lanciert die feministische Friedensorganisation eine Social Media Aktion, um auf Gewalt an Frauen im Internet aufmerksam zu machen.


Der christliche Friedensdienst cfd fordert Respekt und Zivilcourage im digitalen Raum sowie verbesserte Gesetze zum Schutz, der Sensibilisierung und Prävention gegen Gewalt im Internet. Frauen und Mädchen sollen sich frei im Netz bewegen können, ohne Angst, schreibt der cfd in einer Mitteilung vom 7. März.

Dazu startet die feministische Friedensorganisation zum internationalen Frauentag am 8. März die Social Media Kampagne «Frei sein im Netz». Im Rahmen der Aktion haben 16 Frauen persönliche Erfahrungen und Statements zu Gewalt im Internet mit dem cfd geteilt.

«Frauen werden beschimpft, bedroht und belästigt, weil sie Frauen sind», so der cfd. Äussern sich Frauen in sozialen Medien oder öffentlich zu politischen Themen oder gehen sie selbstbewusst mit ihren Körpern um, würden sie per Mail oder in sozialen Netzwerken beschimpft und bedroht. Frauen bekämen über das Internet unerwünscht Fotos mit sexualisiertem Inhalt zugeschickt oder würden gestalkt. «Gewalt im Netz geht jeden und jede von uns etwas an», sagt die Geschäftsführerin des cfd, Carmen Meyer gemäss der Mitteilung.

Frauen doppelt so häufig betroffen

An der Kampagne beteiligt sich die Geschäftsführerin des Vereins #NetzCourage, Jolanda Spiess-Hegglin. «Hass im Netz trifft vor allem Frauen», sagt sie. Vergewaltigungsandrohungen, sexuelle Herabwürdigungen, Bodyshaming, das werde allermeistens von Männern geäussert und an Frauen gerichtet. «Dies alles in der Absicht, dass wir uns womöglich zurückziehen.»

Frauen seien von Gewalt im Internet laut einer Studie aus den USA doppelt so häufig betroffen wie Männer, schreibt der cfd weiter. Diese häufig sexualisierte Gewalt ziele darauf ab, Frauen einzuschüchtern, Macht zu demonstrieren und sie zum Schweigen zu bringen. «Die Muster von Gewalt, die Frauen im öffentlichen Raum oder zu Hause erleben, wiederholen sich so im digitalen Raum. Die Anonymität des Internets fördert Gewalt zusätzlich», wird Kampagnenleiterin Anna-Béatrice Schmaltz zitiert.

Der cfd ist eine unabhängige Friedensorganisation und aktiv in der Entwicklungszusammenarbeit. In der Schweiz realisiert der cfd Projekte mit Migrantinnen, engagiert sich gegen Gewalt an Frauen und nimmt Stellung zu friedens- und migrationspolitischen Fragen. (mey)