ÖRK und Katholiken rufen zu Solidarität wegen Corona auf

Der Weltkirchenrat (ÖRK) und die katholische Kirche haben angesichts der Corona-Pandemie eine gemeinsame Schrift herausgegeben. Darin fordern sie die Menschen zu verstärkter Solidarität auf. Sie wenden sich damit auch an Angehörige anderer Religionen.


Die Krankheit Covid-19 stelle die Mitglieder der menschlichen Familie vor die einzigartige Aufforderung, einander zu beschützen und zu heilen, erklärte der Interims-Generalsekretär des Ökumenischen Rats der Kirchen, Ioan Sauca, am 27. August in Genf.

Der ÖRK und der Päpstliche Rat für den interreligiösen Dialog veröffentlichten gemeinsam das Schriftstück «Interreligiöse Solidarität zum Dienst einer verwundeten Welt: Ein christlicher Aufruf zu Reflektion und Handeln während der Corona-Krise und darüber hinaus». Es solle Kirchen und christliche Organisationen anregen, über die Bedeutsamkeit von Solidarität zwischen den Religionen in einer durch die Pandemie verwundeten Welt nachzudenken.

«Verwundung und Zerbrechlichkeit der Welt enthüllt»

Der Präsident des Päpstlichen Rates, Kardinal Miguel Ángel Ayuso Guixot, betonte: «Die Pandemie hat die Verwundung und Zerbrechlichkeit unserer Welt enthüllt, durch die sich zeigt, dass unsere Erwiderungen in einer inklusiven Solidarität dargeboten werden müssen, die angesichts der Sorge um die gesamte menschliche Familie auch den Anhängerinnen und Anhängern anderer religiöser Traditionen und Menschen guten Willens offen steht.»

Die Publikation sei deshalb ebenso für Praktizierende anderer Religionen gedacht, die mittels ihrer eigenen Traditionen auf die Corona-Krise reagiert hätten. Das Schriftstück biete Empfehlungen an, wie sich das Nachdenken über Solidarität in konkrete und glaubwürdige Taten umsetzen lasse.

Enge Kooperation zwischen den Kirchen

Der ÖRK und der Rat hatten bereits im Mai eine gemeinsame Schrift publiziert, «Erziehung zum Frieden in einer multireligiösen Welt: Eine christliche Perspektive». Im ÖRK sind 350 Kirchen mit mehr als 500 Millionen Gläubigen vereinigt. Die katholische Kirche gehört dem Rat nicht an, es besteht aber eine enge und lange Kooperation der Institutionen. (epd/mos)