ÖRK verschiebt Vollversammlung wegen Corona-Krise

Die für 2021 geplante 11. Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) in Karlsruhe findet erst 2022 statt. So sollen alle Mitgliedskirchen teilnehmen können.


Der Weltkirchenrat hat seine für das nächste Jahr geplante Vollversammlung in Karlsruhe um ein Jahr auf 2022 verschoben. Grund seien die «unkalkulierbaren globalen Risiken im Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie», erklärte der Ökumenische Rat der Kirchen (ÖRK) am Mittwochabend in Genf nach der Tagung des Zentralausschusses. Eine internationale Versammlung im Jahr 2022 solle die uneingeschränkte Teilnahme der ökumenischen Gemeinschaft sicherstellen. Der Standort Karlsruhe bleibt unverändert.

Die Vorsitzende des Zentralausschusses, Dr. Agnes Abuom, sagte: «Wir hoffen, dass wir bis 2022 genauere Kenntnisse über die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie haben werden, und wir sind zuversichtlich, dass die verschobene Einberufung der Versammlung allen, die zusammen vorangehen, arbeiten und beten wollen, eine umfassendere Teilnahme ermöglichen wird. Es war eine sehr schwierige Entscheidung, aber wir vertrauen darauf, dass sie durch die Freude ausgeglichen wird, die wir empfinden werden, wenn wir uns endlich im Jahr 2022 versammeln können.»

4000 Gäste erwartet

Die Verschiebung sei in enger Abstimmung mit der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und den anderen Gastgeberkirchen und lokalen Partnern beschlossen worden, hiess es. Das internationale Christentreffen sollte ursprünglich vom 8. bis 16. September 2021 stattfinden. Dazu waren rund 4.000 ökumenische Gäste aus aller Welt erwartet worden.

Wie die EKD mitteilte, wird ein neuer Termin für die 11. ÖRK-Vollversammlung in der zweiten Jahreshälfte 2022 derzeit gesucht und in Kürze mit der Karlsruher Messe und Kongress GmbH festgelegt. Die bereits weit fortgeschrittenen Pläne würden für 2022 überarbeitet und umstrukturiert.

Erstmals wieder in Europa seit 1968

Die Vollversammlung ist das höchste Beschlussgremium des Dachverbandes und tritt etwa alle acht Jahre zusammen, zuletzt 2006 im brasilianischen Porto Alegre und 2013 im südkoreanischen Busan. Dazwischen leiten der zweimal im Jahr tagende Exekutivausschuss und der Zentralausschuss die Geschäfte.

Im Ökumenischen Rat der Kirchen sind 350 Kirchen mit mehr als 500 Millionen Gläubigen zusammengeschlossen. Ihm gehören protestantische, anglikanische, orthodoxe und altkatholische Kirchen sowie Freikirchen an. Die römisch-katholische Kirche ist nicht Mitglied, arbeitet jedoch in wichtigen Gremien mit. Weiter sollten Vertreter von Muslimen, Hindus, Buddhisten und anderer Religionen an der Vollversammlung mitwirken. In Europa tagte die ÖRK-Vollversammlung letztmals 1968 im schwedischen Uppsala. (epd/mos)