Migration

«Ocean Viking» festgesetzt und gebüsst

Ein Rettungsschiff von SOS Méditerranée muss 20 Tage im Hafen bleiben. Das Schiff hatte zuvor 130 Menschen gerettet.

Die Zahl der Flüchtenden über das Mittelmeer nimmt zu (ref.ch berichtete). Das spüren auch die Seenotretter. Die «Ocean Viking» hatte nach einer Fahrt mit insgesamt drei Einsätzen 130 Flüchtlinge an Bord. Als das Schiff mit ihnen in den Hafen von Ortona einlief, setzten es die italienischen Behörden für 20 Tage fest und verhängte eine Busse von umgerechnet knapp 3000 Franken. Das teilt die Hilfsorganisation auf X, vormals Twitter, mit. Die Schutzsuchenden waren laut SOS Méditerranée in der libyschen Such- und Rettungszone in Seenot geraten.

Die italienische Regierung geht immer wieder gegen private Seenotretter vor. Grundlage ist ein Dekret, wonach die Organisationen nach dem ersten Einsatz einen Hafen anlaufen müssen. Neben Geldstrafen und Festsetzungen weisen die Behörden den Rettungsschiffen meist sehr weit entfernte Häfen zu. Laut den Organisationen sollen sie damit an weiteren Rettungen gehindert und finanziell in Schwierigkeiten gebracht werden.

Das Mittelmeer zählt zu den gefährlichsten Fluchtrouten weltweit. Seit Beginn des Jahres kamen laut der Internationalen Organisation für Migration (IOM) bei der Überquerung 2’477 Menschen ums Leben oder sie werden vermisst. (epd/ dst)