Mittelmeer

Schiff von «Sea-Watch» nach Rettungsaktion festgesetzt

Erneut wird ein Schiff der Seenotrettungsorganisation Sea-Watch in Italien festgesetzt. Zuvor hatte die Crew der «Aurora» mehr als 40 Menschen von einer Ölplattform gerettet.

Die Seenotrettungsorganisation Sea-Watch beklagt die Blockade der «Aurora», eines ihrer Rettungsschiffe, durch Italien. Nach der Rettung von 44 Geflüchteten und Migranten von einer verlassenen Ölplattform im Mittelmeer hätten die italienischen Behörden das Schiff festgesetzt, teilte Sea-Watch mit. Die genaue Dauer werde in den kommenden Tagen mitgeteilt. Zudem sei der Organisation eine Geldstrafe zwischen umgerechnet 1800 und 9200 Schweizer Franken auferlegt worden.

Nachdem die Menschen tagelang auf der Ölplattform ausgeharrt hatten, brachte sie die Crew der «Aurora» laut Sea-Watch auf die italienische Insel Lampedusa. Die anschliessende Festsetzung sei auf Grundlage des sogenannten Piantedosi-Dekrets erfolgt (ref.ch berichtete). Konkret werde Sea-Watch vorgeworfen, die libyschen Behörden nicht über den Rettungseinsatz informiert zu haben.

Unter Ministerpräsidentin Giorgia Meloni hat Italien das Vorgehen gegen die privaten Seenotretter verschärft. Zuletzt war auch die «Sea-Watch 5» von Sea-Watch nach einem Rettungseinsatz für 20 Tage festgesetzt worden (ref.ch berichtete).

Das Mittelmeer zählt zu den gefährlichsten Fluchtrouten der Welt. Geflüchtete und Migranten stechen in häufig nicht seetauglichen Booten von nordafrikanischen Ländern wie Libyen und Tunesien in See in der Hoffnung, Europa zu erreichen. Eine staatlich organisierte Rettungsmission gibt es nicht.

Seit Beginn des Jahres wurden laut der Internationalen Organisation für Migration (IOM) bereits mehr als 900 Tote oder Vermisste gemeldet; sie hatten versucht, das Mittelmeer zu überqueren. (epd/ gab)

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