Misstrauensvotum gegen umstrittene Kleinbasler Pfarrerin

Rund zwanzig Synoden-Mitglieder der Evangelisch-Reformierten Kirche Basel-Stadt haben einen Protestbrief verfasst. Im Schreiben kritisieren sie die Wahl der Pfarrerin Christine Dietrich in den Kirchenrat.


Die Kontroverse um die Pfarrerin Christine Dietrich geht auch zwei Monate nach ihrer Wahl in den Kirchenrat der Evangelisch-reformierten Kirche Basel-Stadt weiter. Über zwanzig Synoden-Mitglieder haben mit Blick auf die nächste Synoden-Sitzung in zwei Wochen einen offenen Brief verfasst, in dem sie «ein starkes, bleibendes Unbehagen über die Wahl» zum Ausdruck bringen. «Wir sind dezidiert der Meinung, dass die Causa Dietrich nicht einfach stillschweigend ad acta gelegt werden darf», heisst es im Brief. Das würden auch die vielen Feedbacks von Kirchenmitgliedern zeigen.

Durch die Wahl und die damit verbundene Berichterstattung sei der reformierten Kirche ein Reputationsschaden entstanden, der massgeblich dem Konflikt um die Person von Christine Dietrich geschuldet sei, heisst es laut einem Bericht der bz Basel vom 14. November. Das Schreiben soll zur Kenntnis genommen werden und an der Synode nicht speziell thematisiert werden, so die Verfasser.

Islamophobe Äusserungen

Wie die Zeitung Schweiz am Wochenende am 7. September berichtete, fiel die Pfarrerin in der Vergangenheit durch islamophobe Äusserungen auf. So verfasste sie Beiträge für den islamfeindlichen und offenbar vor allem bei Rechtsextremen beliebten Blog Politically Incorrect. Zwischenzeitlich soll sie für diesen sogar in führender Position tätig gewesen sein. Ein eingeleitetes Verfahren gegen die Pfarrerin stellte die Staatsanwaltschaft jedoch ein, wie die Schweiz am Wochenende weiter berichtete. Demnach konnten ihr keine hetzerischen Äusserungen gegen den Islam nachgewiesen werden. (bat)