Neue Basler Kirchenrätin in der Kritik

Im Kirchenrat der Evangelisch-reformierten Kirche Basel-Stadt sitzt neu eine Pfarrerin, die in der Vergangenheit mit fragwürdigen Aussagen zum Islam aufgefallen sein soll. In Basel habe es jedoch nie Anlass zu Beschwerden gegeben, heisst es bei der Landeskirche.


Die Wahl der Kleinbasler Pfarrerin Christine Dietrich in den Kirchenrat der Evangelisch-reformierten Kirche Basel-Stadt sorgt derzeit für Diskussionen. Wie die Schweiz am Wochenende am 7. September berichtete, soll die Pfarrerin in der Vergangenheit durch islamophobe Äusserungen aufgefallen sein. So soll sie für einige Jahre Beiträge für den islamfeindlichen Blog Politically Incorrect verfasst und diesen sogar zwischenzeitlich betrieben haben.

Der Synodalrat der Reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn verbot 2011 Dietrich, damals Pfarrerin in der Berner Kirchgemeinde Siselen-Finsterhennen, weiter Texte für den Blog zu schreiben. Ein eingeleitetes Verfahren gegen sie stellte die Staatsanwaltschaft jedoch ein, wie die Schweiz am Wochenende weiter berichtet. Demnach konnten ihr keine hetzerischen Äusserungen gegen den Islam nachgewiesen werden.

Nicht negativ aufgefallen

Als Dietrich 2015 das Pfarramt in der Kirchgemeinde Kleinbasel übernahm, sei ihre Vergangenheit nicht thematisiert worden, schreibt die Zeitung. Auch bei ihrer Wahl zur Kirchenrätin am 4. September sei ihre Gesinnung kein Thema gewesen.

Allerdings habe die Wahlvorbereitungskommission im Vorfeld der Kirchenratswahl Gespräche mit Dietrich geführt, wird die Präsidentin der Synode, Sabine Ammann, im Artikel zitiert. Demnach sei Dietrich als Pfarrerin in der Baselstädtischen Kirche nicht negativ aufgefallen. Dies bestätigte auch der Sprecher der Baselstädtischen Landeskirche. Dietrichs Predigten in der Kirchgemeinde Kleinbasel hätten «nie Anlass für Beschwerden» gegeben.

Nach Angaben der Basellandschaftlichen Zeitung hat sich Dietrich mittlerweile von ihrer Tätigkeit bei Politically Incorrect distanziert. (no)