Reformierte Kirchgemeinde Luzern

Kirchenparlament diskutiert über Weichenstellung

Der Grosse Kirchenrat diskutiert, ob die reformierte Kirchgemeinde Luzern eine neue Struktur erhalten soll. Gegen den Vorschlag des Kirchenvorstands gibt es plötzlich Widerstand und zwei neue Ideen.

Im Juni wird in Luzern abgestimmt, aber zuerst wird gestritten. Es geht um eine Neuorganisation der reformierten Kirchgemeinde Luzern.

Die Stadt Luzern, Littau, Kriens, Emmen, Buchrain, Malters, Rigi-Süd und Ebikon sind heute in der Kirchgemeinde Luzern zusammengefasst. Sie werden von einer Kirchengutsverwaltung bei Personalfragen, dem Bau und den Finanzen unterstützt. Ob dies auch künftig so bleibe, werde seit zwei Jahren in einem Organisationsprojekt diskutiert, schreibt der Grosse Kirchenrat in einer Mitteilung. Der Vorschlag des Kirchenvorstands liegt nun vor und wird im Juni im Kirchenparlament behandelt.

Der Kirchenvorstand möchte an den bisherigen Strukturen festhalten und sie schrittweise weiterentwickeln. Auf eine einmalige Umgestaltung werde verzichtet, heisst es weiter. Die Zentrale solle weiter verstärkt werden, damit sich die Teilkirchgemeinden auf die Arbeit vor Ort konzentrieren könnten. Der Grosse Kirchenrat solle aufgewertet werden.

Aus dem Parlament kommt nun eine starke Opposition. Mit zwei dringlichen Motionen solle ein mutigerer Weg eingeschlagen werden, schreibt der Grosse Kirchenrat. Die Kirchengutsverwaltung soll laut Motion in ein unabhängiges Dienstleistungszentrum überführt werden, das eine rechtlich, organisatorisch und finanziell eigenständige Trägerschaft bekommt. Zwischen den künftigen Kirchgemeinden und dem Zentrum wird die Zusammenarbeit in einem Vertrag geregelt. Bis im Sommer 2027 soll eine entsprechende Vorlage erarbeitet werden.

In einer zweiten Motion möchte die Gruppe den Kirchenrat beauftragen, einen neuen Vorschlag für die künftige Organisation zu erarbeiten. Jede der Teilkirchgemeinden solle einbringen, wie sie sich einer neuen Struktur sehe, heisst es. Sie könne sich entweder neu als selbständig positionieren, mit einer anderen Kirchgemeinde fusionieren oder in einer neu geordneten Kirchgemeinde Luzern bleiben. Ziel sei es, dass die reformierte Kirche mit der neuen Organisation nahe bei ihren Mitgliedern bleibe, dem Mitgliederschwund entgegenwirke und sich zukunftstauglich entwickle. (dst)

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