Lage der Frauen in Afghanistan weltweit am schlimmsten
Mädchen und Frauen geht es unter der Taliban-Führung laut einem UN-Bericht besonders schlecht. Die radikalislamischen Taliban wollten Mädchen und Frauen mit unerbittlichen Vorschriften und Gewalt vollkommen unterwerfen, betonten UN-Menschenrechtsfachleute anlässlich der Veröffentlichung eines entsprechenden Berichts.
Die geschlechtsspezifische Verfolgung des weiblichen Teils der Bevölkerung durch die Taliban sei ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Seit ihrer Machtübernahme im August 2021 hätten die Taliban die Rechte von Frauen und Mädchen massiv eingeschränkt, um jede Dimension ihres Lebens zu ersticken.
In ihrem Bericht äussern der Sonderberichterstatter zur Lage der Menschenrechte in Afghanistan, Richard Bennett, und die Arbeitsgruppe über Diskriminierung von Frauen und Mädchen auch grosse Besorgnis über die grassierende Gewalt gegen Frauen und Mädchen. Sie hätten keinen Zugang zur Justiz, erklärten die Experten. Frauen und Mädchen müssten grausames körperliches und seelisches Leid erdulden und hätten nur begrenzten Zugang zu Schutzeinrichtungen wie Frauenhäusern. Frauen, die Gewalt bei der Polizei anzeigten, werde gesagt, dass sie sich nicht beschweren sollten. Sie hätten es wahrscheinlich verdient, geschlagen zu werden.
Auch aus der Bildungs- und Arbeitswelt werden Frauen und Mädchen weitgehend ausgeschlossen. Sie dürften nur die Grundschule besuchen und kaum ausserhalb ihres Hauses arbeiten. Sie könnten sich nicht frei im Land bewegen und seien strengen Kleidervorschriften unterworfen.
Die UN-Expertinnen forderten die Taliban auf, die Menschenrechte der weiblichen Bevölkerung wiederherzustellen. Die Fachleute reisten nach eigenen Angaben vom 27. April bis 4. Mai nach Afghanistan und besuchten die Städte Kabul und Mazar-e-Sharif. Sie trafen sich mit afghanischen Frauen und Männern, mit Vertretern von UN-Organisationen, internationalen Helfern und Taliban-Beamten. Die UN erkennen die Taliban als Regierung nicht an. (edp/ bat)