Konversionstherapien werden in der Waadt verboten
Im Kanton Waadt sind Therapien, die auf die Änderung der sexuellen Orientierung oder der Geschlechtsidentität abzielen, künftig verboten. Der Grosse Rat hat ein entsprechendes Gesetz angenommen, das auf eine Motion des SP-Politikers Julien Eggenberger zurückgeht (ref.ch berichtete).
Wie die Nachrichtenseite «24 heures» schreibt, waren sich die Räte im Grundsatz einig. Diskutiert wurde aber bei den Ausnahmen, denn das Gesetz bezieht auch medizinische Behandlungen mit ein, wie sie etwa Transmenschen bei der Transition in Anspruch nehmen. Konversion und Übergang seien aber zwei verschiedene Themen, wird Eggenberger von «24 heures» zitiert.
Für eine rechte Mehrheit geht es jedoch darum, bestimmte Therapeuten zu bremsen, die als «zu enthusiastisch» gelten. Ausserdem soll verhindert werden, dass Ärzte, Lehrer oder Familienmitglieder bestraft werden, wenn sie vor den Folgen einer geschlechtsspezifischen Behandlung warnen. Am Ende wurde ein entsprechender Änderungsantrag mit 68 zu 67 Stimmen bei 5 Enthaltungen angenommen, berichtet «24 heures». Eine zweite Debatte sei geplant, um das Ergebnis zu bestätigen. (vbu)