Konfliktparteien vereinbaren Waffenruhe für Hafenstadt im Jemen

Bei den Friedensgesprächen zum Jemen sind nach Uno-Angaben eine Reihe von Durchbrüchen erzielt worden. So verständigten sich die Konfliktparteien auf eine Waffenruhe für die umkämpfte Hafenstadt Hodeida.


Die Konfliktparteien bei den Friedensgesprächen zum Konflikt im Jemen scheinen erste Resultate präsentieren zu können. Wie Uno-Generalsekretär Antonio Guterres mitteilte, verständigten sich die Konfliktparteien auf eine Waffenruhe für die umkämpfte Hafenstadt Hodeida, die einen Rückzug von Regierungstruppen und Rebellenkämpfern vorsieht. Die Uno werde bei der Kontrolle des Hafens, über den der Grossteil der humanitären Hilfe in den Jemen gelangt, eine «Schlüsselrolle» spielen, um die Hilfslieferungen zu erleichtern.

Jemens Aussenminister Chaled al-Jamani sagte allerdings, die Einigung bleibe bis zu ihrer Umsetzung durch die Gegenseite «hypothetisch».

Uno: Abzug innert Tagen

Der Uno-Sondergesandte Martin Griffiths hatte zuvor gesagt, der Abzug aller Truppen solle «innert Tagen» erfolgen. Griffiths will am Freitag den Uno-Sicherheitsrat zum Jemen unterrichten.

Im Jemen kämpfen Huthi-Rebellen seit mehr als vier Jahren gegen Anhänger der international anerkannten Regierung von Präsident Abd Rabbo Mansur Hadi. Deren Truppen werden von einer von Saudi-Arabien geführten Koalition mit Luftangriffen unterstützt. Das sunnitische Nachbarland Saudi-Arabien sieht in den Rebellen einen Verbündeten seines Erzfeindes, des schiitischen Irans.

Nach Uno-Angaben wurden bereits mehr als 10’000 Menschen getötet, unter ihnen tausende Zivilisten. In dem Land herrscht der Uno zufolge die schlimmste humanitäre Krise weltweit. Millionen Kinder leiden an Hunger und Krankheiten.

Die auf Vermittlung von Griffiths stattfindenden Friedensgespräche in Schweden sind das erste Aufeinandertreffen der Konfliktparteien seit 2016. Zum Abschluss der einwöchigen Gespräche reichten sich Jemens Aussenminister al-Jamani und der Rebellen-Verhandlungsführer Mohammed Abdelsalam am Donnerstag am Verhandlungsort Rimbo in der Nähe von Stockholm die Hand.

Auch Vereinbarung zu Taes

Guterres sagte, die Konfliktparteien hätten neben dem Waffenstillstand in Hodeida auch eine Vereinbarung zur drittgrössten jemenitischen Stadt Taes erzielt, die ebenfalls Schauplatz heftiger Kämpfe gewesen ist.

Keine Einigung gab es jedoch hinsichtlich des Flughafens in der von den Rebellen kontrollierten Hauptstadt Sanaa, der seit knapp drei Jahren für kommerzielle Flüge geschlossen ist. Griffiths zufolge soll darüber in der nächsten Verhandlungsrunde gesprochen werden. Auch gab es keine Fortschritte bei wirtschaftlichen Massnahmen, um der jemenitischen Bevölkerung zu helfen.

Eine zweite Verhandlungsrunde ist für Ende Januar geplant. Dabei solle es um einen Verhandlungsrahmen für einen politischen Prozess gehen, sagte Guterres vor den beiden Delegationen. Ein politischer Prozess sei die einzige Möglichkeit, den Konflikt zu lösen. (sda)