Kirchliches Flüchtlingsschiff liegt in Spanien fest

Aufgrund der Corona-Krise kann das kirchliche Rettungsschiff «Sea-Watch 4» zurzeit nicht für einen Einsatz auf dem Mittelmeer umgerüstet werden. Viele Freiwillige sind bereits abgereist.


Das von der deutschen Kirche mitfinanzierte Flüchtlingsschiff «Sea-Watch 4» liegt derzeit in der spanischen Hafenstadt Burriana fest. Aufgrund der Corona-Krise seien die Arbeiten weitgehend eingestellt worden, sagte «Sea-Watch»-Sprecher Ruben Neugebauer am 31. März dem «Evangelischen Pressedienst» (epd). Es sei nur sehr schwer absehbar, wie sich die Massnahmen in Spanien entwickeln. Unklar sei auch, wann die Firmen später freie Kapazitäten haben. Zu welchem Zeitpunkt das Schiff für Rettungsaktionen im Mittelmeer einsatzfähig ist, sei derzeit offen.

Etwa die Hälfte der Freiwilligen sei mittlerweile abgereist, teilte das Bündnis «United4Rescue» mit, das das Schiff finanziert hatte. Notwendige Baumaterialien seien momentan nicht zu bekommen, weil die Geschäfte weitgehend geschlossen haben. Mit dem vorhandenen Material und Werkzeug arbeite die verbliebene Crew am Schiff jedoch weiter, um den Umbau voranzubringen.

Kein Schiff von «Sea-Watch» unterwegs

Das ehemalige Forschungsschiff war am 20. Februar in Kiel getauft worden. Finanziert wurde es vom Bündnis «United4Rescue», das massgeblich von der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) initiiert und auch von der Evangelisch-reformierten Kirche Schweiz finanziell unterstützt wurde. Für 1,5 Millionen Euro wurde das Schiff ersteigert. Etwa 500’000 Euro werden für die Umbauten und den Transport ins Mittelmeer veranschlagt. Mit der Taufe wurde das Schiff offiziell an die Hilfsorganisation «Sea-Watch» übergeben. Zurzeit kann «Sea-Watch» keines seiner Schiffe im Mittelmeer einsetzen. (epd/bat)