Basel

Israelitischer Gemeindebund sieht keine erhöhte Bedrohung

In der Grossen Synagoge in Basel ist am Samstagabend ein Sicherheitsalarm ausgelöst worden. Der Schweizerische Israelitische Gemeindebund geht derzeit aber nicht von einer erhöhten Gefährdungslage für jüdische Einrichtungen aus.

In der Grossen Synagoge der Israelitischen Gemeinde Basel ist es am Samstagabend zu einem Zwischenfall gekommen. Die Gemeinde-Security hatte vor dem Areal verdächtige Personen ausgemacht und ging von einer Bedrohung aus, wie das jüdische Wochenmagazin «Tachles» am 16. Mai berichtete.

Die rund 40 Besucher des Abendgottesdienstes durften demnach das Areal während ungefähr 15 Minuten nicht verlassen. Kurz zuvor soll es nach bisher unbestätigten Berichten bei der Synagoge der Israelitischen Religionsgemeinschaft (IRG) an der Ahornstrasse zudem zu einem tätlichen Übergriff gekommen sein.

Die Basler Stadtpolizei bestätigte auf Anfrage, dass sie nach dem Alarm in der Synagoge zwei Personen kontrolliert habe. Doch daraus hätten sich «keine polizeilichen Weiterungen» ergeben und die beiden seien vor Ort aus der Kontrolle entlassen worden.

«Keine Hinweise auf irgendwelche Vorfälle»

In Basel wurden aus Anlass der kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Gaza und Israel am Freitag und am Samstag gleich zwei unbewilligte Demonstrationen durchgeführt. Dabei solidarisierten sich die je etwa 200 Teilnehmenden mit Gaza und der Hamas.

Der Schweizerische Israelitische Gemeindebund (SIG) geht zur Zeit trotz des Krieges zwischen Israel und der palästinensischen Hamas nicht von einer «weiteren Erhöhung der Gefährdungslage» aus. Auch Hinweise auf «irgendwelche Vorfälle» gebe es in der Schweiz bisher keine.

Zur Zeit «noch etwas aufmerksamer»

Es sei sicher so, dass die Beteiligten in Krisenzeiten noch aufmerksamer seien als sonst, sagte SIG-Generalsekretär Jonathan Kreutner am Sonntag auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Aber die Sicherheitsmassnahmen seien bereits vor längerer Zeit verstärkt worden. Und die Schabbat-Gottesdienste fänden generell unter erhöhter Sicherheit statt.

Leider seien solche «Routinemassnahmen und -kontrollen» seit einigen Jahren Realität bei jüdischen Einrichtungen in der Schweiz, sagte Kreutner weiter. Auch in Basel sei man zur Zeit sicher «noch etwas aufmerksamer».

Bei der Stadtpolizei hiess es, dass sie in Zusammenhang mit dem Projekt «Jüdische Sicherheit Basel» in regelmässigem Austausch mit der Israelitischen Gemeinde Basel und den jüdischen Institutionen stehe. Dabei werde auch die aktuelle Lagebeurteilung berücksichtigt. (sda/no)