Krieg im Nahen Osten

Israel stürmt Zentrale von UN-Hilfswerk

Der Sitz des Palästinenserhilfswerks UNRWA in Ost-Jerusalem ist vom israelischen Militär angegriffen worden. Gebäude werden abgerissen. Die israelische Regierung beruft sich dabei auf ein neues Gesetz.

Seit Jahren ist das Palästinenserhilfswerk UNRWA umstritten. In den vergangenen zwei Jahren hat die israelische Regierung zudem mehrfach versucht, die Präsenz des Hilfswerks in Israel und dem Gaza-Streifen zu beenden. Dem UNRWA wird vorgeworfen, mit der Terrororganisation Hamas zusammenzuarbeiten.

Nun haben israelische Truppen nach UN-Angaben die Zentrale des Palästinenserhilfswerks in Ost-Jerusalem gestürmt. Zudem seien Bulldozer in das Gelände eingedrungen und hätten mit dem Abriss von Gebäuden begonnen, teilte das UNRWA auf der Plattform X mit.

Über den Angriff berichtet auch «Aljazeera» und schreibt, israelische Soldaten hätten «Geräte der Angestellten» beschlagnahmt und die Belegschaft aus der UNRWA-Zentrale gedrängt.

Das UNRWA schreibt, es handle sich um einen beispiellosen Angriff auf das Palästinenserhilfswerk und sein völkerrechtlich geschütztes Gelände. Israel habe die Pflicht, die Unverletzlichkeit von UN-Einrichtungen wie dem Hilfswerk zu achten. Die Aktionen passen laut dem Hilfswerk in die feindliche Politik Israels.

«Aljazeera» zitiert den UNRWA-Direktor, den Schweizer Philippe Lazzarini, mit den Worten: «Was heute mit dem Palästinenserhilfswerk geschieht, wird morgen irgendeiner anderen internationalen Organisation oder diplomatischen Mission irgendwo auf der Welt passieren.»

Das israelische Aussenministerium beruft sich bei der Aktion gegen das Hilfswerk auf ein neues Gesetz, welches das UNRWA verbiete. Der Minister für nationale Sicherheit und Vorsitzende der rechtsextremen Partei Otzma Jeduhit, Itamar Ben-Gvir, sprach von einem «historischen Tag».

Die Hamas hatte im Oktober 2023 Israel überfallen und damit den Nahostkrieg ausgelöst. Israel reagierte mit einer massiven Militäroffensive gegen den Gaza-Streifen, den die Hamas seinerzeit komplett beherrschte. Seit Oktober 2025 gilt eine Waffenruhe, die jedoch sehr brüchig ist. (epd/ dst)

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