Krieg im Nahen Osten
UN-Hilfswerk für Palästina-Flüchtlinge vor dem Aus
Der Chef des UN-Hilfswerks für Palästina-Flüchtlinge (UNRWA), Philippe Lazzarini, warnt vor einem Zusammenbruch der Organisation. «Die finanzielle Lage ist äusserst kritisch», sagte er in Berlin. Ohne zusätzliche Unterstützung drohten drastische Einschnitte bei der Versorgung palästinensischer Flüchtlinge im Nahen Osten.
Lazzarini berichtete, dass er vor zwei Wochen kurz vor der Entlassung Tausender Mitarbeiter in der gesamten Region gestanden habe, weil die Finanzierung fehlte. Nur vorgezogene Zahlungen einzelner Geber hätten das Hilfswerk kurzfristig gerettet.
Der finanzielle Spielraum reiche noch für zwei Monate. Ab September gebe es keinerlei Planungssicherheit mehr. Das Defizit bis Jahresende liege bei rund 200 Millionen US-Dollar. Besonders schwer wiege, dass die USA als einst grösste Geldgeberin ihre Zahlungen vollständig eingestellt hätten.
Der UNRWA-Chef befürchtet schwerwiegende Folgen, sollte das Hilfswerk als «stabilisierendes Element in einer zunehmend instabilen Region» wegfallen. Das könne möglicherweise auch Unruhen in den Nachbarländern auslösen, sagte Lazzarini. Das Hilfswerk habe ein «enormes Potenzial», um eine gerechte und dauerhafte Lösung für die Palästinenser zu erreichen. (epd/ hz)