Isabelle Graesslé will EKS-Präsidentin werden

Isabelle Graesslé ist Theologin aus dem Kanton Waadt und stellt sich zur Wahl für das Amt der Präsidentin der Evangelisch-reformierten Kirche Schweiz (EKS). Sie ist nach Rita Famos die zweite Kandidatin fürs Präsidium.

Isabelle Graesslé (Bild: zVg)

Der Waadtländer Synodalrat hat an seiner Sitzung vom 8. September beschlossen, die Kandidatur von Isabelle Graesslé zu unterstützen. Dies bestätigte Carole Delamuraz, Kommunikationsverantwortliche der Evangelisch-reformierten Kirche des Kantons Waadt, gegenüber ref.ch. Neben Graesslé kandidiert auch die Zürcherin Rita Famos für das Präsidium.

Als EKS-Präsidentin möchte Isabelle Graesslé ihre Vision des Protestantismus einbringen, wie sie gegenüber ref.ch sagt. Sie sei davon überzeugt, dass unsere Zivilisation, das Christentum und auch der Protestantismus sich in einer Übergangsphase befinden. «Wir müssen schauen, wie man heute protestantisch sein kann.» Dies möchte sie als Präsidentin auf gesamtschweizerischer Ebene angehen. Wichtig sei ihr dabei, die intellektuelle und die praktische Ebene zu verbinden. «Ausserdem gab es schon lange niemand mehr an der Spitze des EKS aus der Romandie. Meine Wahl wäre ein wichtiges Zeichen.»

Zur Lösung der Krise beitragen

Die Krise innerhalb der EKS möchte Isabelle Graesslé nicht kleinreden. Aber sie habe Vertrauen in die Institutionen. «Es ist vieles in die Wege geleitet worden, um die Krise zu überwinden.» Und Graesslé würde gerne dazu beitragen, dass dies auch gut gelingt.

Isabelle Graesslé ist Theologin und aktuell als Pfarrerin im Kanton Waadt tätig. Zuvor leitete sie von 2004 bis 2016 das Internationale Museum der Reformation in Genf. Als erste Frau übernahm sie von 2001 bis 2004 die Funktion als Moderatorin der Genfer Pfarrer-Gesellschaft. Zudem leitete Isabelle Graesslé von 1992 bis 2001 die Theologiekommission des damaligen SEK. Graesslé ist Französin und lebt seit 33 Jahren in der Schweiz.

Vakanz nach Rücktritt

Das EKS-Präsidium ist im Moment vakant; der vorherige Präsident Gottfried Locher trat nach einer Beschwerde wegen Grenzverletzung im Mai 2020 zurück (ref.ch berichtete). Die Neuwahlen für das Amt finden während der EKS-Synode in Bern vom 1. bis 3. November statt. Die zweite Kandidatin für das Amt, Rita Famos aus Zürich, hatte sich bereits 2018 zur Wahl gestellt. Sie verlor damals gegen Gottfried Locher.