Rita Famos kandidiert für EKS-Präsidium

Die Zürcher Kirche portiert Rita Famos als Präsidentin der Evangelisch-reformierten Kirche Schweiz (EKS). Famos trat schon vor zwei Jahren an, unterlag aber gegen Gottfried Locher. Nun soll sie die EKS aus der Krise führen.

Stellt sich im November erneut zur Wahl: Pfarrerin Rita Famos. (Bild: zVg)

Der Kirchenrat der reformierten Zürcher Landeskirche hat die Kandidatur von Rita Famos als Präsidentin der EKS bei der Nominationskommission eingereicht, heisst es in einer Medienmitteilung vom 4. September. Die Delegation der Zürcher EKS-Synodalen hat Rita Famos einstimmig als Kandidatin vorgeschlagen.

Bereits 2018 hatte Rita Famos für das Präsidium des damaligen Kirchenbunds kandidiert. Sie trat kurzfristig gegen den amtierenden Präsidenten Gottfried Locher an. Locher stand damals wegen seiner Amtsführung, seinen Geschlechterbildern und seines Kommunikationsstils in der Kritik. Famos‘ Kandidatur hingegen stiess auf einige Skepsis, weil sie so kurzfristig erfolgt war. Trotz einiger Unterstützung unterlag Famos deutlich. Im Mai 2020 trat Locher dann nach einer Beschwerde wegen Grenzverletzung zurück (ref.ch berichtete). Nun ist das Präsidium vakant.

«EKS aus der Krise führen»

Der Kirchenrat der Zürcher Landeskirche ist überzeugt, dass die 54-jährige Pfarrerin in der Lage sei, «unter den Mitgliedkirchen ein neues Miteinander aufzubauen und die EKS aus der Krise zu führen». Famos selber möchte als Ratspräsidentin die Kräfte der Mitgliedkirchen stärker bündeln. Zudem wolle sie «die Stärke der Kirche kommunizieren, indem sie einer modernen, aufgeschlossenen Kirche Stimme und Gesicht gibt». Und schliesslich möchte sie die EKS zur Plattform und zum Netzwerk umbauen, wo die Kirche weiterentwickelt werden kann.

Rita Famos ist seit 28 Jahren in verschiedenen Funktionen für die Kirche tätig, als Gemeindepfarrerin, als Beauftragte für die Pfarrausbildung oder als Sprecherin des «Wort zum Sonntag». Seit 2013 ist sie in der Zürcher Landeskirche Abteilungsleiterin Spezialseelsorge. Von 2011 bis 2014 war sie Ratsmitglied im damaligen Schweizerischen Evangelischen Kirchenbund, aus dem die EKS Anfang Jahr hervorging.

Weitere Kandidaturen

Die Wahlen finden während der Synode in Bern vom 1. bis 3. November statt. Weitere Kandidaturen sind offiziell noch keine bekannt. Laut gut informierten Quellen plant jedoch die Waadtländer Kirche, ebenfalls eine Kandidatin aufzustellen. Am Freitag war dort indes niemand für eine Stellungnahme erreichbar.