Spezieller Gottesdienst

Hunderte wollen Blochers Hodler in der Kirche Herrliberg sehen

Am Sonntag hat alt-Bundesrat Christoph Blocher Bilder aus seiner Sammlung in der reformierten Kirche Herrliberg ausgestellt. Das Interesse war enorm. Den ungewöhnlichen Gottesdienst organisiert hatte Pfarrer Alexander Heit.

Aus der ganzen Schweiz sind die Menschen angereist, um am Sonntagabend an einem Gottesdienst in der reformierten Kirche Herrliberg am Zürichsee teilzunehmen. 350 Personen fanden Platz, mehr Teilnehmer liessen die Auflagen der Feuerpolizei nicht zu. Mehrere Hundert Menschen mussten laut den Veranstaltern abgewiesen werden.

Viermal im Jahr organisieren die reformierten Kirchgemeinden Erlenbach und Herrliberg einen Gottesdienst, der sich um Künstler dreht. Herrlibergs Pfarrer Alexander Heit konnte den bekanntesten Einwohner des Dorfes überzeugen, in diesem Rahmen Einblick in seine Sammlung zu geben. «Ich freue mich, dass uns das gelungen ist», sagt Heit auf Anfrage von ref.ch

Christoph Blocher brachte zehn Bilder mit, die in der Kirche ausgestellt wurden: Sie stammen von Hodler, Anker, Giacometti und Segantini. Mitarbeiter einer Sicherheitsfirma waren vor Ort im Einsatz, erzählt Pfarrer Heit. Im Hintergrund habe sich «ein grösseres Aufgebot» der Kantons- und Gemeindepolizei bereitgehalten. Die Kosten dafür habe Blocher getragen.

Die Reihe «art&act» ist laut Heit beliebt und zieht ohnehin ein grösseres Publikum an. Blochers Mitwirken sorgte nun für volle Kirchenbänke. Pfarrer Heit gestaltete den Anlass wie einen Gottesdienst, man sang «Lobet den Herrn» und gegen Ende «Lueget vo Berg und Tal». Anstelle der Predigt habe der Politiker fast eineinhalb Stunden lang über Kunst gesprochen, sagt Heit. Der SVP-Übervater nimmt regelmässig an Gottesdiensten teil.

Der Umgang mit dem Kunstsammler sei unkompliziert, sagt Heit. Vor sechs Jahren hatte Blocher bereits einmal Bilder in der Herrliberger Kirche gezeigt. Auch damals seien alle Plätze besetzt gewesen. Angesichts der vielen Personen, die dieses Mal keinen Platz in der Kirche erhielten, hat Heit eine Wiederholung des Gottesdienstes im Sinn. Irgendwann im laufenden Jahr solle er stattfinden. Vorsorglich erhielten die Abgewiesenen bereits einen QR-Code, über den sie sich für eine Neuauflage anmelden können.