Menschenrechte

Human Rights Watch sieht Weltordnung in Gefahr

Menschenrechte befinden sich weltweit unter Bedrängnis, sagt Human Rights Watch. Die Vereinten Nationen als deren Wächter befinden sich in Finanznot – auch weil die Trump-Regierung die US-Beiträge nicht bezahlt.

Eine autoritäre Welle von der Trump-Regierung bis nach China: Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch sieht die regelbasierte Weltordnung in Gefahr. Sie befinde sich in einer «existenziellen Krise», die es so vergleichbar noch nicht gegeben habe, sagte der Deutschland-Direktor der Organisation, Philipp Frisch, bei der Vorstellung des Jahresberichts 2026 in Berlin.

Menschenrechtsorientierte Demokratien sollten daher eine strategische Allianz bilden, um die regelbasierte Ordnung zu bewahren. Der 36. Jahresbericht beleuchtet die Menschenrechtssituation in rund 100 Ländern.

Besonders schwer wiege die Finanzierungskrise der Vereinten Nationen: «Das Menschenrechtssystem der UN steht am finanziellen Abgrund», konstatierte Frisch. Grund dafür seien unter anderem ausbleibende Zahlungen des einst grössten Geldgebers USA. Untersuchungsmechanismen der UN könnten daher nur eingeschränkt oder gar nicht arbeiten.

Auch Menschenrechtsverletzungen wie die chinesische Unterdrückung der Uiguren und Tibetaner, die Massentötungen im Iran und die systematische Entrechtung von Frauen und Mädchen in Afghanistan stehen im Fokus des aktuellen Berichts.

Die LGBT-Direktorin von Human Rights Watch, Alex Müller, wies zudem auf eine «weltweite Zunahme von politischer Homophobie» hin. Bei den Rechten queerer Menschen habe es Rückschritte in vielen Ländern gegeben. Deren Situation werde oft als Frühwarnzeichen der Menschenrechtslage gesehen, als «Kanarienvogel in der Kohlemine». (epd/ dst)

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