Obdachlosigkeit
Basel geht im Umgang mit Obdachlosen neue Wege
Housing First bietet obdachlosen Menschen eine eigene Wohnung mit unbefristetem Mietvertrag. Dadurch sollen sie Not- und Krisensituationen nachhaltig überwinden können.
Basel hat das Modell in den letzten vier Jahren in einem Pilotprojekt getestet (ref.ch berichtete). Es wurde im Auftrag des Kantons Basel-Stadt durch die Heilsarmee aufgebaut und erfolgreich durchgeführt.
Wie die Heilsarmee nun in einer Mitteilung schreibt, wird Housing First per Anfang dieses Monats in den Regelbetrieb überführt. Den nötigen Beschluss hatte der Grosse Rat im Frühling 2024 gefasst.
Mit Housing First werden obdach- oder wohnungslose Personen ab 18 Jahren angesprochen, die mindestens seit zwei Jahren in Basel-Stadt wohnen. Sie leiden häufig an komplexen psychischen Problemen und/oder an einer Suchterkrankung. Bestehende Angebote hatten sie entweder erfolglos durchlaufen oder sie konnten durch solche nicht erreicht werden.
Seit Projektbeginn wurden 31 Wohnungen an obdachlose Personen vermittelt. Betroffene finden nicht nur ein Zuhause, sondern auch die Stabilität, die es ihnen ermöglicht, langfristig ein eigenständiges Leben zu führen. Die Heilsarmee schreibt: «Housing First hat bewiesen, dass der direkte Zugang zu Wohnraum die entscheidende Voraussetzung ist, um langjährige Obdachlosigkeit zu durchbrechen.»
2025 soll der Regelbetrieb ausgebaut werden, um künftig noch mehr Personen mit diesem Angebot zu unterstützen, heisst es in der Mitteilung. Das Modell könne auch als Vorbild für die gesamte Schweiz dienen, indem es neue Standards in der Betreuung und Integration setze. (sda/ hz)