Holocaust-Zeitzeuge Ladislaus Löb gestorben

Ladislaus Löb, Überlebender des Holocaust, ist im Alter von 88 Jahren gestorben. Unermüdlich berichtete er über seine Geschichte – und sorgte dafür, dass die Verbrechen der Nazis nicht vergessen werden.

Ladislaus Löb ist am 2. Oktober verstorben, wie Anita Winter von der Gamaraal-Stiftung, einer Schweizer Hilfsorganisation für Holocaust-Überlebende, gegenüber «Swissinfo» mitteilte.

Der 1933 in Cluj in Siebenbürgen geborene Löb war einer von 18'000 Juden, die ins Ghetto von Klausenburg deportiert wurden. Im Alter von elf Jahren kam er ins Konzentrationslager Bergen-Belsen in Deutschland. Löb und sein Vater wurden Teil der sogenannten «Kasztner-Gruppe», einer Gruppe von etwa 1'600 Juden, die dank eines Abkommens zwischen dem Nazi-Beamten Adolf Eichmann und dem Zionistenführer Rudolf Kasztner 1944 sicher in die Schweiz reisen konnte.

Löb studierte Germanistik, doktorierte an der Universität Zürich und machte eine akademische Karriere an der University of Sussex, bevor er zurück in die Schweiz kam.

Löb befasste sich intensiv mit seiner eigenen Geschichte . «Ladislaus Löb setzte sich bis zuletzt unermüdlich dafür ein, dass die Erinnerung an den Holocaust wachgehalten wird, dass aus der Vergangenheit Lehren für die Gegenwart gezogen werden – mit Vorträgen, Interviews und einer Website, die seinen Lebensweg nachzeichnet», schreibt die «NZZ» in ihrem Nachruf.

Am vergangenen Samstag ist Ladislaus Löb in einem Zürcher Krankenhaus im Alter von 88 Jahren gestorben. «Seine Freunde und Schüler werden seine wache Intelligenz, seinen feinen Humor und seine menschliche Dignität sehr vermissen», schreibt das jüdische Portal «Tachles». (bat)