Kanton Zürich

Historischer Mitgliederschwund bei den Kirchen

Letztes Jahr hat Zürich zwei Rekorde gebrochen: Es leben so viele Menschen im Kanton wie noch nie und nie zuvor sind so viele Menschen aus der Kirche ausgetreten. Die Konfessionslosen stellen nun die grösste Bevölkerungsgruppe.

Die Mehrheit der Menschen im Kanton Zürich bezeichnete sich im vergangenen Jahr als konfessionslos, das geht aus einer Mitteilung des Statistischen Amts des Kantons Zürich hervor. Ende 2023 war die Zürcher Bevölkerung zu 23,3 Prozent evangelisch-reformiert und zu 21,7 Prozent römisch-katholisch. Die beiden grossen christlichen Kirchen umfassen damit zusammen noch etwa 720’000 Mitglieder.

Im Vergleich zum Vorjahr haben die beiden grossen Kirchen weiter Mitglieder verloren, die evangelisch-reformierte rund 12’400 (-3,2 Prozent), die römisch-katholische 13’300 (-3,7 Prozent). Das sei für beide Kirchen der grösste jemals erfasste Mitgliederschwund innerhalb eines Jahres, schreibt der Kanton.

Gerade in der Stadt Zürich ist der Anteil der reformierten und katholischen Bevölkerung sehr klein (siehe Grafik). Diese Tendenz spiegelt die Agglomeration in schwächerer Form. Im ländlich geprägten Weinland hingegen sind die Kirchenmitglieder noch in der Überzahl.

Mehr als die Hälfte der Kantonsbevölkerung gehört gar keiner oder einer anderen Religionsgemeinschaft an. Noch im Jahr 2021 lag laut Zahlen des Statistischen Amtes der Anteil der Konfessionslosen nur bei gut einem Drittel der Bevölkerung.

Der Kanton Zürich ist im vergangenen Jahr einwohnermässig um 1,5 Prozent oder 24'000 Menschen angewachsen. Damit hat die Einwohnerzahl erstmals die Marke von 1,6 Millionen Menschen überschritten. (dst)