Griechenland

Helfer kritisieren Pushbacks

Zehntausende Menschen haben 2023 Schutz in Griechenland gesucht. Dabei wurden sie oft schlecht behandelt. «Ärzte ohne Grenzen» verlangt ein Eingreifen der griechischen Regierung und der EU.

Geflüchtete auf den griechischen Ägäisinseln sind laut «Ärzte ohne Grenzen» Gewalt und Erniedrigungen ausgesetzt. Uniformierte Beamte auf Lesbos und Samos schlügen die Schutzsuchenden, legten ihnen willkürlich Handschellen an, raubten sie aus und drängten sie zurück auf das Mittelmeer, heisst es in einem Bericht der Organisation.

Griechenland und die EU sollen das erzwungene Zurückdrängen der Menschen auf das Mittelmeer, sogenannte Pushbacks, dauerhaft beenden, fordert «Ärzte ohne Grenzen». Den Geflüchteten müsse ein Zugang zu fairen Asylverfahren, zu medizinischer und humanitärer Hilfe ermöglicht werden.

In den vergangenen zwei Jahren versorgte die Organisation auf den ägäischen Inseln nach eigenen Angaben rund 8000 Menschen kurz nach ihrer Ankunft. Nach UN-Angaben sind in diesem Jahr über 37’500 Schutzsuchende in Griechenland angekommen, vorwiegend auf dem Seeweg.

Der Bericht von «Ärzte ohne Grenzen» umfasst auch Aussagen von Betroffenen. Demzufolge werden ankommende Menschen bereits vor Erreichen des Festlands durch griechische Behördenmitarbeiter angegriffen. Die Geflüchteten berichten von Schlägen, erniedrigenden Leibesvisitationen und Wegnahmen von Geld, Medikamenten und Mobiltelefonen. Danach habe man sie gezwungen, mit dem Boot zurück aufs Meer zu fahren.

Die griechischen Behörden stehen immer wieder in der Kritik aufgrund ihres Umgangs mit Schutzsuchenden. Zuletzt forderten die Vereinten Nationen und Menschenrechtsorganisationen eine Untersuchung zur Rolle griechischer Beamten bei dem dramatischen Schiffsunglück vor der griechischen Küste im Juni, bei dem mehr als 500 Menschen starben. (epd/ dst)