Glarner Kirche verschiebt Konfirmationen

Das Corona-Virus beschäftigt die Kirchen weiterhin. Einige Landeskirchen verschärfen ihre Regeln, andere lockern sie wieder.


Der reformierte Glarner Kirchenrat hat beschlossen, die anstehenden Konfirmationen wegen des Corona-Virus zu einem späteren Zeitpunkt durchzuführen. Denn bei Konfirmationsfeiern würden «Menschen unterschiedlicher Generationen und geografischer Herkunft aufeinandertreffen», was ein kritisches Risiko darstelle, heisst es in einer Medienmitteilung vom 9. März. Zudem wäre damit zu rechnen, dass viele Angehörige gar nicht an der Konfirmation teilnehmen könnten, weil sie zur Risikogruppe gehören.

Weiter empfiehlt der Kirchenrat, dass Beerdigung nur im kleinen Kreis stattfinden. Die Abdankungen könnten als Gedenkfeiern auf später verschoben werden. Abendmahlsfeiern werden in Glarus momentan nicht durchgeführt.

Keine Apéros und Kirchenkaffees

Im Baselbiet wartet die Evangelisch-reformierte Kirche laut einem Bericht der Zeitung «bz» noch etwas zu mit der Entscheidung über Konfirmationsfeiern. Denn am Freitag wird der Bund voraussichtlich die weitere Vorgehensweise in Bezug auf das Virus bestimmen. Schon jetzt überlegten sich die Kirchgemeinden aber, wie sie die Konfirmationen in Zeiten des Corona-Virus durchführen könnten; zum Beispiel könne man den Zugang zur Feier beschränken, so Mediensprecherin Stephanie Krieger. Abgesagt sind in Baselland Anlässe, bei denen gegessen und getrunken wird, wie Apéros und Kirchenkaffees.

Ähnlich hält es die Zürcher Kantonalkirche. Auch hier sind Veranstaltungen, die Essen und Trinken beinhalten, abgesagt. Abendmahl-Feiern finden also keine statt, Gottesdienste schon.

Deshalb gebe es im Moment auch keinen Grund, Konfirmationsfeiern abzusagen, sagt Nicolas Mori, Kommunikationsverantwortlicher der Zürcher Kirche, gegenüber ref.ch. Man warte zu, wie sich die Lage entwickle, und suche situativ nach Lösungen. Schon jetzt habe man beispielsweise Abdankungen in grösseren Kirchen angesetzt, damit der empfohlene Abstand eingehalten werden könne. Analog würden die Kirchgemeinden auch bei den Konfirmationen entscheiden.

Personendaten werden nicht mehr erfasst

Die Berner Kirche hatte ursprünglich strenge Regeln für den Umgang mit dem Corona-Virus aufgestellt. Sie verpflichtete Teilnehmende an Veranstaltungen, ihre Personendaten zu erfassen. Somit sollte sichergestellt werden, dass keine Personen teilnehmen, die sich zuvor im Risikogebiet aufhielten. Doch diese Pflicht wurde nun aufgehoben, wie die Kirche am 9. März auf ihrer Homepage mitteilte. Zudem müssen für kleine Veranstaltungen mit weniger als 150 Teilnehmern die Behörden nicht mehr kontaktiert werden, wie es ursprünglich vorgesehen war. (mos)