Internationaler Frauentag im Zeichen des Corona-Virus

Am 8. März gibt es auch in der Schweiz Kundgebungen und Proteste zum Tag der Frau. Christliche Organisationen engagieren sich zwar, aber nicht alle wollen dieses Jahr auf die Strasse – wegen des Corona-Virus.


In Zürich halten einige Organisationen an geplanten Kundgebungen zum Internationalen Frauentag fest. Das meldete das Frauen*streikkollektiv Zürich am Freitag, 6. März, auf seiner Facebook-Seite. Auch eine nicht bewilligte Demonstration am 7. März soll demnach stattfinden.

Durchführen oder absagen?

Die Organisatorinnen kritisieren auf ihrer Website die Massnahmen des Bundes, der Veranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern verboten hat. Dies sei nicht wirksam, da viele Menschen bei der Arbeit gefährdeter seien als an einer Kundgebung. Gleichzeitig empfehlen die Frauenorganisationen, Hygienevorkehrungen zu treffen und dass kranke Menschen zu Hause bleiben sollten.

Anders entschieden hat der Schweizerische Katholische Frauenbund. Er sagt die Sternwanderung für die Veränderung in der katholischen Kirche am 8. März ab, wie es in der Medienmitteilung vom 5. März heisst. Katholikinnen wollten dabei auf ihre Forderungen nach gleicher Würde und gleichen Rechten innerhalb der Kirche aufmerksam machen.

Viele gefährdete Mitglieder

Doch der Frauenbund sorge sich um andere und werde Verantwortung übernehmen gegenüber verletzlichen Personen. Die Organisation nehme die Empfehlungen des Bundes zum Abstand halten ernst, denn viele ihrer Mitglieder seien besonders gefährdete Personen. Der Frauenbund empfiehlt daher auch, alle Jahresversammlungen abzusagen und bei Vereinsanlässen eine Risikoabwägung zu machen.

Der christliche Friedensdienst cfd hat für den 8. März keine konkreten Aktionen geplant. Die feministische Organisation will am Sonntag aber trotzdem auf die unbezahlte Care-Arbeit aufmerksam machen. Vor allem Frauen würden Pflege und Betreuungsarbeit leisten. Ohne diese Arbeit würde der Alltag nicht rundlaufen, doch die Care-Arbeit geniesse keine Anerkennung und sei meist schlecht oder gar nicht bezahlt. Das benachteilige Frauen zusätzlich. (mos)