Friedens-Nobelpreisträger erhalten fünf Millionen Euro

Die Europäische Union unterstützt die Projekte der Friedensnobelpreisträger Nadia Murad und Denis Mukwege mit weiteren Millionen. Das Geld geht an Schulen im Nordirak sowie an ein Krankenhaus im Kongo.


Die Friedensnobelpreisträger Nadia Murad, jesidische Aktivistin aus dem Irak und Denis Mukwege, Arzt aus der Demokratischen Republik Kongo, erhalten von der Europäischen Union insgesamt fünf Millionen Euro. Die EU habe die Pflicht, ihre Arbeit zu fördern, erklärte die EU-Aussenbeauftragte Federica Mogherini in Brüssel. Dort waren Murad und Mukwege zu einem Treffen mit den EU-Entwicklungsministern eingeladen, um über die Gleichstellung von Frauen und Männern und die Menschenrechte zu sprechen.

Mukwege und Murad werden für ihren Einsatz zur Bekämpfung von sexueller Gewalt als Waffe in Kriegen und Konflikten im Dezember mit dem Friedensnobelpreis gewürdigt. Die beiden dankten in Brüssel für die Hilfe, die ihre Projekte auch schon in der Vergangenheit von der EU erhielten. Von den neuen fünf Millionen Euro sollen vier Millionen dem Panzi-Hospital im Kongo zugutekommen und eine Million dem «Sinjar Aktions-Fonds», der unter anderem Schulen im Nordirak unterstützt.

Wiedereingliederung in die Gesellschaft

Rund um das Panzi-Hospital werde den Frauen nicht nur körperlich und psychisch geholfen, sondern auch bei der wirtschaftlich-sozialen Wiedereingliederung und bei rechtlichen Schritten, erklärte Mukwege, der als Gynäkologe vergewaltigte und verstümmelte Frauen operiert. Der ganzheitliche Ansatz helfe nicht nur den Frauen selbst, ihr Leben wieder in die Hand zu nehmen. Vielmehr könnten sie so auch zu Akteuren des Wandels in ihren Gesellschaften werden, sagte Mukwege.

Murad sagte mit Blick auf den Internationalen Tag gegen die Gewalt an Frauen am vergangenen Sonntag, ein einziger solcher Tag sei nicht genug. «Wir sehnen uns nach Gerechtigkeit», erklärte die junge Frau, die von islamistischen Terroristen verschleppt worden war und heute in Deutschland lebt. «Frauen verdienen das Recht, frei von dieser Gewalt zu sein», sagte sie. (epd/bat)