EVP will Gott in der Verfassung behalten
In einer Motion fordert SP-Nationalrat Fabian Molina, den Bezug zu Gott und zur Schöpfung aus der Präambel der Bundesverfassung zu streichen (ref.ch hat berichtet). Die EVP stellt sich nun «klar und deutlich» dagegen, wie sie in einer Medienmitteilung vom 19. März festhält.
Die Partei widerspricht dem Vorwurf Molinas, die Verfassung unter den Namen Gottes zu stellen sei anmassend. «Es ist im Gegenteil ein Zeichen der Achtung gegenüber einer höheren Macht und der Einsicht in die eigenen Grenzen, in denen wir Menschen versuchen, unser Zusammenleben friedlich und zum Wohle aller zu gestalten», so Parteipräsidentin Marianne Streiff.
«Menschenrechte basieren auf christlichen Werten»
Ausserdem sei der Bezug zu Gott «eine unverzichtbare Rückbesinnung auf die christlichen Wurzeln unseres Landes und damit eine Verankerung im gemeinsamen Wertefundament, das unsere Gesellschaft eint und zusammenhält». Auf diesen Werten würden der Humanismus, die Aufklärung sowie die Menschen- und Grundrechte basieren. Diese würden für alle Menschen gelten. «Streichen wir diesen Bezug aus der Verfassung, signalisieren wir, dass wir letztlich eine Gott-lose Gesellschaft wollen, die ohne diese Werte auskommen soll», so Marianne Streiff.
Die EVP nennt die Motion einen «laizistischen Feldzug». Die Trennung von Kirche und Staat sei gegeben. Der Staat könne die Glaubens- und Gewissensfreiheit sowie die Religionsfreiheit gewährleisten, ohne die eigenen Wurzeln zu verleugnen, so die EVP-Parteipräsidentin.
Wertefundament gegen Polarisierung
Das Argument Molinas, die Streichung Gottes aus der Präambel sei ein Zeichen gegen die Theokratie, tut die EVP als «absurd» ab. Das sei Polemik. Gerade «angesichts der zunehmenden Polarisierung, Dogmatisierung und Blockade in Gesellschaft und Politik» sei es wichtig, am gemeinsamen Wertfundament festzuhalten. (mos)