Reformierte Missbrauchsstudie
Aufarbeitung nicht an Kosten scheitern lassen
Die Evangelisch-reformierte Kirche Schweiz (EKS) will sexuellen und spirituellen Missbrauch im Umfeld der reformierten Kirche wissenschaftlich untersuchen lassen. Damit hat sie Forschende der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW), der Hochschule für Soziale Arbeit sowie der Haute école de travail social Lausanne (HETSL) beauftragt. Auch der Beginn ist inzwischen bekannt: Die Studie soll im Oktober dieses Jahres starten, wie die EKS mitteilte (ref.ch berichtete).
Die Betroffenenorganisation für Missbrauchsbetroffene im kirchlichen Umfeld IG-MikU begrüsst in einer Mitteilung den Start der Studie. Viele Betroffene warteten seit Jahren darauf, dass ihr Leid dokumentiert werde. «Sie sind wichtige Zeitzeugen, die nicht mehr übergangen werden dürfen», schreibt die Organisation.
Bedenken äussert die IG-MikU hingegen hinsichtlich der eingeplanten Kosten. Im November 2025 hatte die Synode der EKS ein Kostendach von 250'000 Franken für die Studie beschlossen (ref.ch berichtete). «Wir bedauern, dass diese so wichtige Studie der Mehrheit der kirchlichen Verantwortungsträger offenbar nicht mehr wert ist», schreibt die Organisation. Sollte sich im Verlauf der Studie zeigen, dass zusätzliche Mittel erforderlich sind, müssten diese bereitgestellt werden.
Die Studie hat zum Ziel, insbesondere die Erfahrungen von Betroffenen sichtbar zu machen sowie strukturelle und institutionelle Risikofaktoren im reformierten Umfeld aufzudecken. Ergebnisse sollen bis Anfang 2028 vorliegen. (no)