Reformierte Missbrauchsstudie
EKS vergibt Missbrauch-Studie an Forschungsgruppe
Die Evangelisch-reformierte Kirche Schweiz (EKS) hat eine Forschungsgruppe mit Forschenden der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW), der Hochschule für Soziale Arbeit, und der Haute école de travail social Lausanne (HETSL) mit der Durchführung einer Missbrauchsstudie beauftragt.
Diese solle die unabhängige wissenschaftliche Aufarbeitung von sexuellem und spirituellem Missbrauch im Kontext der evangelisch-reformierten Kirche Schweiz ermöglichen, wie es in einer Mitteilung heisst. Sie solle Perspektiven von betroffenen Personen und ihres Umfelds untersuchen, institutionelle und strukturelle Faktoren herausarbeiten und nach dem Zusammenhang von sexuellem und spirituellem Missbrauch suchen.
Auf dieser Grundlage sollen Empfehlungen für Prävention, Intervention, Anerkennung und Aufarbeitung entwickelt werden, wie es weiter heisst.
Vorgesehen seien unter anderem Interviews mit betroffenen Personen, Angehörigen und kirchlichen Mitarbeitenden. Bekannte Missbrauchsfälle sollen analysiert werden. Betroffene würden auf freiwilliger Basis teilnehmen, die Gespräche seien vertraulich und traumasensibel, erklärt die EKS.
Die wissenschaftliche Verantwortung für Methodik, Analyse, Schlussfolgerungen, Empfehlungen und die Endfassung des Berichts liege beim Forschungskonsortium. Die EKS und eine Begleitgruppe unterstützten das Projekt beratend und stellten den Zugang zu kirchlichen Unterlagen «soweit möglich» sicher. Laut EKS beginnt die Studie in diesem Oktober. Der definitive Studienbericht soll im Frühjahr 2028 eingereicht und anschliessend öffentlich präsentiert werden. (dst)