Migration

EU einigt sich auf Asylreform

Die Reform soll es EU-Staaten erlauben, Asylsuchende mit geringer Bleibechance schneller und direkt von der EU-Aussengrenze abzuschieben.

EU-Staaten, Parlament und Kommission haben nach einem Verhandlungsmarathon eine Einigung bei der europäischen Asylreform erreicht. Das teilte das EU-Parlament in Brüssel mit. Die Reform des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems (GEAS) soll Migration in die EU begrenzen und steuern. Rat und Parlament müssen dem Kompromiss noch formal zustimmen.

Die Einigung sei «die massivste Verschärfung des Europäischen Asyl- und Migrationsrechts seit Gründung der EU», urteilte die EU-Abgeordnete Cornelia Ernst (Linke) im Anschluss an die langen Verhandlungen. Das individuelle Recht auf Asyl sei de facto tot.

Ein zentrales Element der Reform ist, dass ankommende Asylbewerber mit geringer Bleibechance schneller und direkt von der EU-Aussengrenze abgeschoben werden sollen. Dahinter stehen die sogenannten Grenzverfahren. Haben Menschen eine Staatsangehörigkeit, deren Anerkennungsquote für Asyl bei unter 20 Prozent liegt, sollen sie an der Grenze festgehalten werden. Ihr Anspruch auf Asyl soll dann direkt vor Ort und innerhalb von zwölf Wochen in einem Schnellverfahren geprüft werden.

Die Krisenverordnung regelt, wie EU-Staaten bei einem besonders starken Anstieg der Migration verfahren. Ankommende dürfen dann zum Beispiel länger unter haftähnlichen Bedingungen an der Grenze festgehalten werden. Deutschland hatte das aufgrund humanitärer Bedenken lange abgelehnt. Ein Solidaritätsmechanismus soll überlasteten Staaten an der Aussengrenze mit Aufnahmeprogrammen oder Ausgleichszahlungen helfen. (epd/ hz)