Demonstranten gedenken in Zürich der Opfer und Verschleppten
In Zürich sind gegen 1000 Personen zusammengekommen, um gegen den Terror der Hamas im Nahen Osten zu demonstrieren. Auf dem Münsterhof in der Altstadt spannten die Teilnehmer gelbe und schwarze Regenschirme als symbolischen Schutz auf. Namen von Opfern und Geiseln der Hamas wurden vorgelesen.
Michel Müller nimmt Kirchen in die Pflicht
Politprominenz sprach sich gegen Antisemitismus aus. Mitte-Präsident Gerhard Pfister forderte die demokratischen Gesellschaften auf, stärker gegen Antisemitismus einzustehen. Der Zürcher Ständerat Daniel Jositsch (SP) sagte, angesichts des Terroranschlags gegen Israel und des schleichenden Antisemitismus in Europa müssten alle Farbe bekennen.
SVP-Nationalrat Alfred Heer forderte: «Unsere jüdischen Mitbürger wirksam zu schützen, ist eine Bürgerpflicht für uns alle.» Mit dem Kirchenratspräsident der Reformierten Kirche Zürich, Michel Müller, sprach auch ein Vertreter einer Landeskirche. Christliche Kirchen hätten einen wesentlichen Teil zum Antisemitismus beigetragen, darum stünden sie in der Verantwortung, ihn heute zu verhindern, sagte er. Die Kundgebung verlief ruhig.
Kerzen statt Parolen
Zur gleichen Zeit hatten die Gruppe für eine Schweiz ohne Armee und die Jüdische Stimme für Demokratie und Gerechtigkeit in Israel/Palästina zur Friedensdemo aufgerufen, nur 500 Meter entfernt, auf dem Bürkliplatz. Auch hier fanden sich laut den Organisatoren rund 1000 Personen ein. Erlaubt waren ausdrücklich nur Peace-Fahnen. Statt Parolen zu rufen, zündeten die Demonstrierenden Kerzen an.
In den Reden wurde zum sofortigen Stopp des Krieges und der Freilassung der Geiseln aufgerufen. Mit einer Schweigeminute gedachten die Teilnehmenden der Opfer auf beiden Seiten. (sda/ jow)