Bestattungen
Deutschland: 100 Reerdigungen in Schleswig-Holstein
Wer die Reerdigung wählt, will sich nach dem Tod in einen Behälter legen, mit Stroh bedecken und bei erhöhter Temperatur quasi kompostieren lassen (ref.ch berichtete). Die Methode ist beispielsweise in den Niederlanden und den meisten deutschen Bundesländern nicht genehmigt worden. Im Kanton Zürich beschäftigte sich der Regierungsrat mit der Frage, ob die Reerdigung eingeführt werden könnte (ref.ch berichtete).
Das deutsche Bundesland Schleswig-Holstein erlaubt die neue Bestattungsform. Dort seien bereits 100 Menschen reerdigt worden. Die Verstorbenen, die die neue Bestattungsform gewählt haben, kamen aus 14 deutschen Bundesländern, wie das Reerdigungsunternehmen «Meine Erde» mitteilte.
Rund ein Drittel der Reerdigten hatte den Angaben zufolge den letzten Wohnsitz in Schleswig-Holstein. Das Land hat die Reerdigung, nach einer mehrjährigen Erprobungsphase, im Juni als erstes Bundesland dauerhaft als dritte Bestattungsart gesetzlich verankert.
Die älteste Person, die die Reerdigung als Bestattungsform gewählt hat, war laut «Meine Erde» 99 Jahre alt. 74 Prozent der Verstorbenen seien Frauen gewesen. 15 Prozent der Reerdigten kamen aus Nordrhein-Westfalen, 13 Prozent aus Hamburg und jeweils sechs Prozent aus Mecklenburg-Vorpommern, Berlin und Hessen. Auch eine Person aus Belgien habe sich in Schleswig-Holstein reerdigen lassen.
Bei jeder zweiten Reerdigung seien die An- und Zugehörigen bei der Einbettung in den Kokon dabei, erklärte «Meine Erde»-Geschäftsführer Pablo Metz. «Was uns immer wieder bewegt, ist, wie nah viele Angehörige herantreten und den Abschied ganz persönlich und einzigartig gestalten.» Häufig nehmen sie aktiv daran teil, ihre verstorbene Person mit Heu und Stroh zu bedecken. (epd/ dst)