Synode

Baselbieter Reformierte rechnen mit sinkenden Einnahmen

Die Evangelisch-reformierte Kirche Basel-Landschaft hat im vergangenen Jahr einen Gewinn gemacht – trotzdem sieht sie wirtschaftlich schwierige Zeiten auf sich zukommen.

Die Synode der Evangelisch-reformierten Kirche Basel-Landschaft trat am 14. November in Liestal unter strengen Corona-Sicherheitsmassnahmen zusammen. Nachdem die Frühjahrsversammlung wegen der Pandemie verschoben worden war, wartete auf die Synodalen ein dichtes Programm. So mussten noch diverse Geschäfte nachgeholt werden, wie es in einer Mitteilung vom 14. November heisst.

Zu den unerledigten Geschäften gehörte unter anderem die Abstimmung über die Jahresrechnung 2019. Diese war bereits vorab online publiziert worden und schloss mit einem Gewinn von rund 176‘000 Franken (ref.ch berichtete). Aufgrund des guten Ergebnisses sei das Kapital erstmals seit mehreren Jahren wieder positiv, sagte die für die Finanzen zuständige Kirchenrätin Sandra Bätscher laut Mitteilung. Dies erlaube es, Reserven für die Kirchgemeinden zu bilden. Die Abgeordneten nahmen die Rechnung einstimmig an.

Steuerreform und Corona belasten das Budget

Weniger rosig fällt für die Baselbieter Kirche der Blick in die Zukunft aus. Aufgrund der Unternehmenssteuerreform muss sie in den kommenden Jahren mit sinkenden Steuereinnahmen rechnen. Zwar erhalte die Landeskirche vom Kanton eine Kompensation zur Abfederung der Steuerausfälle. Trotzdem müsse 2021 mit einem Verlust von rund 64‘000 Franken gerechnet werden. Dieser Voranschlag wurde von den Synodalen schliesslich einstimmig gutgeheissen.

Auch der Finanzplan 2022 bis 2024 geht aufgrund der Unternehmenssteuerreform von schrumpfenden Einnahmen aus. Zudem sei aufgrund der Corona-Krise insbesondere in den Jahren 2023 und 2024 mit geringeren Steuereinnahmen zu rechnen. Demgegenüber versicherte Kirchenrätin Bätscher, dass das Eigenkapital der Kirche ausreichend sei. Zudem seien die Prognosen für die Steuerentwicklung ab 2025 wieder positiver.

Debatte über neue Kirchenordnung vertagt

Verschoben wurde die ursprünglich geplante erste Lesung der neuen Kirchenordnung. Kirchenratspräsident Christoph Herrmann begründete dies mit den besonderen Umständen der Synode aufgrund der Corona-Pandemie. Eine eingehende Diskussion sei so nicht möglich. Das Baselbieter Stimmvolk hatte sich im September klar für eine neue Kirchenverfassung ausgesprochen. Als nächster Schritt soll nun die Totalrevision der Kirchenordnung und der Finanzordnung sowie der Personal- und Besoldungsordnung erfolgen. (no)