Marga-Bührig-Preis

Auszeichnung für Buch über Missbrauch in katholischer Kirche

23 Frauen haben in einem Buch über ihre Erfahrungen und ihre Leidenswege in der römisch-katholischen Kirche erzählt. Die Herausgeberinnen des Buches werden mit dem Marga-Bührig-Preis ausgezeichnet.

Der diesjährige Marga-Bührig-Förderpreis geht an Regina Heyder, Barbara Haslbeck, Ute Leimgruber, sowie Dorothee Sandherr-Klemp für ihr gemeinsam herausgegebenes Buch: «Erzählen als Widerstand. Berichte über spirituellen und sexuellen Missbrauch an erwachsenen Frauen in der katholischen Kirche.»

Darin geben die Herausgeberinnen betroffenen Frauen selbst das Wort. Durch einen Aufruf wurden Berichte über sexuellen und spirituellen Missbrauch in der römisch-katholischen Kirche gesammelt. 23 unterschiedlicher Frauen aus unterschiedlichen Generationen und Arbeitsfeldern meldeten sich und erzählten ihre Erfahrungen und Leidenswege, wie es in einer Mitteilung vom 28. September heisst.

Durch ihr Erzählen leisteten die Frauen Widerstand und würden die Deutungshoheit über ihr Leben und ihren Glauben zurückgewinnen. «Sie machen aufmerksam auf eine oft übersehene Personengruppe, die von Missbrauch betroffen waren und sind: erwachsene Frauen», heisst es in der Mitteilung weiter.

Es bleibe aber nicht bei der Betroffenheit. Die Herausgeberinnen ordneten das Erzählte theologisch, psychologisch und systemisch ein und zeigten damit auch auf, welche Strukturen Missbrauch begünstigen und Täterinnen und Täter schützen. Ihre Analyse gelte nicht nur für die römisch-katholische Kirche, sondern kann auch für andere Kirchen und Institutionen den Blick schulen und sensibilisieren. (bat)