Afrika
Human Rights Watch kritisiert Regierung in Burkina Faso
Armee und islamistische Gruppen in Burkina Faso verüben laut einem Bericht gravierende Gräueltaten gegen die Bevölkerung. Sämtliche Beteiligte des bewaffneten Konflikts seien für Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit verantwortlich, hiess es in einer Untersuchung der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW).
Die Militärjunta unter Übergangspräsident Ibrahim Traoré gehe brutal gegen die Zivilbevölkerung vor und unternehme auch keine ernsthaften Schritte, um Verantwortliche zur Rechenschaft zu ziehen, kritisierten die Autorinnen und Autoren. Die Untersuchung basiert auf 480 Interviews, als Quellen dienen laut HRW auch Fotos, Videos und Satellitenbilder.
Der Terrorgruppe JNIM wirft HRW Entführungen und Ermordungen von Zivilistinnen und Zivilisten vor, ebenso wie die Belagerung zahlreicher Orte und die Blockade von Versorgung und Bewegungsfreiheit. Die Islamisten trügen damit zu Hunger und Krankheiten bei.
Die Militärjunta reagiert dem Bericht zufolge mit harten Gegenoffensiven, die sich häufig auch gegen Bevölkerungsgruppen richten, denen die Unterstützung der Islamisten vorgeworfen wird. Besonders oft treffe die Aggression das grösstenteils nomadisch lebende Hirtenvolk der Fulani. Das Vorgehen gegen sie komme ethnischen Säuberungen gleich.
Seit 2016 kämpfen islamistische Gruppen, darunter die mit Al-Kaida verbundene Gruppe JNIM, gegen die Regierung des westafrikanischen Staates. Das Militär putschte sich 2022 unter anderem unter Verweis auf die schlechte Sicherheitslage an die Macht. Doch die Situation hat sich nicht verbessert. Unbestätigten Angaben nach sind den Unruhen mindestens 10'000 Zivilisten zum Opfer gefallen. (epd/ jow)