Senegal
Homosexuellen drohen verschärfte Strafen
Senegals Ministerpräsident Ousmane Sonko will die Kriminalisierung von Homosexualität in dem westafrikanischen Land verschärfen. Ein von Sonko vor der Nationalversammlung präsentierter Gesetzesentwurf sieht vor, gleichgeschlechtliche Handlungen künftig mit bis zu zehn Jahren Haft zu bestrafen, wie das Nachrichtenportal «Seneweb» berichtet. Derzeit kann Homosexualität mit einer Freiheitsstrafe von einem bis zu fünf Jahren geahndet werden.
Der Gesetzentwurf von Sonko sieht laut Medienberichten auch vor, künftig «jede Person, die sich für Homosexualität einsetzt» mit einer Haftzeit von drei bis sieben Jahren zu bestrafen. Damit erinnert der Entwurf an die 2023 in Kraft getretene Gesetzesverschärfung in Uganda, in der ebenfalls die Unterstützung von Lesben, Schwulen, Bisexuellen oder Transpersonen kriminalisiert wird (ref.ch berichtete).
Zuletzt gab es im Senegal eine regelrechte Kampagne gegen Homosexualität. Seit gut zwei Wochen häufen sich die Verhaftungen im ganzen Land, die teils reichweitenstark in den sozialen Medien dokumentiert wurden. Lokale Medien berichten von 20 bis 30 Festnahmen, darunter auch mehrere senegalesische Prominente, wie etwa der TikToker Saliou Mbaye, bekannt unter dem Pseudonym Zale. Regierungschef Sonko, der seit 2024 im Amt ist, hatte sich in der Vergangenheit bereits mehrfach homophob geäussert.
In jüngster Zeit haben einige afrikanische Länder ihre Gesetzgebung für Lesben, Schwule, Bisexuelle und Trans-Personen verschärft, so etwa in Mali und Burkina Faso. Auch in Ghana war in der vergangenen Woche ein Gesetzentwurf, der Homosexualität unter Strafe stellt, erneut ins Parlament eingebracht worden. In Uganda wurde das Verbot 2023 derart verschärft, dass in manchen Fällen die Todesstrafe droht. (epd/ dst)