Tragisches Unglück
Es ist neblig an jenem 14. November 1990, als eine DC 9 der Fluggesellschaft Alitalia von Mailand her unterwegs ist nach Zürich-Kloten. Über dem Stadlerberg, einer Erhöhung nördlich des Flughafens, versagen die Instrumente. Sie geben die Flughöhe falsch an. Das Flugzeug ist 300 Meter zu tief und prallt gegen den Berg.
Alle Passagiere und die Crew kommen ums Leben, 46 Menschen sind tot. Bereits zehn Tage nach dem Unglück, am 24. November 1990, wird in der reformierten Kirche in Kloten die Gedenkfeier gehalten. Daran nehmen auch Behördenvertreter teil, darunter der damalige Bundesrat und Vorsteher des Justiz- und Polizeidepartementes Arnold Koller.
In historischen Bildern greift die Redaktion Momente der Zeitgeschichte auf, die in der reformierten Landschaft Relevanz haben. Die Texte in der Rubrik «Zeitzeuge» erscheinen in loser Folge. (red)
Auch in den folgenden Jahren wird die Kirche immer wieder zum Gedenkort: Im November 2002 erinnern sich Hinterbliebene an die Opfer des Crossair-Absturzes vom November 2001, bei dem 24 Menschen starben. Eine grosse Gedenkfeier gibt es am 3. September 2008: Zehn Jahre zuvor ist eine MD-11 der Swissair auf dem Flug von New York nach Genf an der Küste vor dem kanadischen Halifax ins Meer gestürzt. Keiner der 215 Passagiere und der 14 Besatzungsmitglieder überlebte.
Für jedes Opfer liegt eine weisse Rosen auf dem den Altar in der Klotener Kirche. Die Trauerfeier halten die katholischen Seelsorgenden Andrea Thali und Claudio Cimaschi gemeinsam mit dem reformierten Pfarrer Walter Meier. Cimaschi und Meier hatten 1997 die ökumenische Flughafenseelsorge aufgebaut. «Während meiner Tätigkeit als Seelsorger am Flughafen Zürich habe ich immer wieder viele Tränen vergossen», sagte Meier einst dem «Zürcher Unterländer». Das Flughafenpfarramt besteht heute noch.