Zürcher Synode
Einmal Ja und zwei Mal Nein
Grossprojekte in der Reformierten Landeskirche Zürich brauchen künftig eine kontrolliertere Planung. Die Synode hat mit 96 Ja- zu 4 Nein-Stimmen bei acht Enthaltungen ein dringliches Postulat überwiesen, das für Projekte ab 100'000 Franken ein Projektmanagement verlangt. Dieses sieht zum Beispiel ein Grob- und Feinkonzept, einen Zeitplan und ein detailliertes Controlling vor. Zudem soll festgelegt sein, wann Kirchenratsmitglieder über Projekte informiert oder in diese einbezogen werden sollen.
Hintergrund des Postulats waren Kostenüberschreitungen, die im Zusammenhang mit dem Refine-Festival entstanden sind. Das Jugendfestival schloss mit einem Defizit von einer Million Franken, das war vier Mal mehr als budgetiert (ref.ch berichtete).
Weiter hat die Synode entschieden, sich nicht zu verkleinern. Daniel Oswald von der Religiös-sozialen Fraktion hatte sich vergeblich dafür eingesetzt, dass die Sitzzahl im Parlament an die Mitgliederzahlen angepasst wird. Mit dem Reformprozess «Kirchgemeinde+» hätten sich bereits die Kirchgemeinden verkleinert, auch die Synode müsse beweisen, dass sie reformfähig sei, argumentierte Oswald sinngemäss.
Der Motionär fand allerdings kein Gehör für sein Anliegen, das auch vom Kirchenrat abgelehnt wurde. Eine Verkleinerung bedeute nur, die Arbeit auf weniger Schultern zu verteilen, was zu einer höheren Arbeitsbelastung führe, sagte eine Synodale. Zudem lebe das Parlament von der Breite der Perspektiven. Auch die Umwandlung in ein Postulat trug nicht zur Zustimmung bei. Die Synode stimmte mit 88 Nein- zu 10 Ja-Stimmen gegen eine Überweisung an den Kirchenrat. In der Synode gibt es damit weiterhin 120 Sitze.
Ebenso stellte sich die Synode gegen das zweite Anliegen, das Oswald eingebracht hatte. Er plädierte für die Einführung einer Parlamentarischen Untersuchungskommission (PUK), ein seiner Sicht nach «längst überfälliger, nicht radikaler Schritt». Auch die Überweisung dieser Motion lehnte die Synode ab mit 81-Nein zu 15 Ja-Stimmen bei 11 Enthaltungen. Das Instrument sei nicht nötig, war die Mehrheit der Meinung. (jow)