Zürcher Landeskirche entlastet Kirchgemeinden

An der Synode der reformierten Landeskirche Zürich standen die Finanzen im Zentrum. Während das Budget deutlich angenommen wurde, sorgte die Senkung des Beitragssatzes der Kirchgemeinden für Diskussionen.


Gute Nachrichten für Zürcher Kirchgemeinden: Sie müssen im nächsten Jahr weniger Beiträge an die Zentralkasse der Landeskirche zahlen. An seiner Synode beschloss das Kirchenparlament, den Beitragssatz um einen Zehntel zu senken. Somit ergibt sich für die Kirchgemeinden eine durchschnittliche Belastung von unter 30 Prozent, wie es in einer Medienmitteilung vom 27. November heisst. 

Die Senkung führt zu Mindereinnahmen von zwei Millionen Franken. Dies sei verkraftbar, so der Kirchenrat. Allerdings müsse man damit rechnen, dass bei rückläufigen Steuererträgen wieder eine Anhebung des Beitragssatzes angezeigt sei, um das Eigenkapital der Zentralkasse langfristig nicht zu schwächen. Die Synodalen nahmen den Antrag mit 55 Ja- zu 50 Nein-Stimmen (bei 4 Enthaltungen) knapp an.

Fabrikkirche erhält weiter kein Geld

Ebenfalls kontrovers diskutiert wurde laut Medienmitteilung eine Unterstützung der reformierten Fabrikkirche in Winterthur. Der Kirchenrat hatte für dieses Jahr seinen jährlichen Beitrag von 160’000 Franken an die 2006 gegründete Institution ausgesetzt, nachdem keine fristgerechte Klärung der Neuausrichtung und Finanzierung erreicht werden konnte. Seitens des Kirchenrates wurden nun die Leistungen und Angebote der Fabrikkirche gewürdigt, aber die zu wenig konkreten und heterogenen Leistungsziele bemängelt. Die Synodalen lehnten einen Antrag für eine Unterstützung mit 48 Ja- zu 50-Nein-Stimmen (bei 10 Enthaltungen) ab.

Weniger umstritten war das Budget. Es wurde mit einem budgetieren Verlust von 3,5 Millionen Franken bei einem Ertrag von rund 104 Millionen Franken deutlich angenommen.

Fragen zu Ehe für alle

Zu Reden gab auch in Zürich die Ehe für alle. So wollte der Synodale Daniel Oswald wissen, wie auf allfällige Diskriminierungen Homosexueller in der Kirche zu reagieren sei. Kirchenratspräsident Michel Müller machte deutlich, dass Diskriminierung und Diffamierung von Homosexualität nicht geduldet werden. In einer anderen Frage wollte der Synodale Roland Portmann wissen, inwieweit sich Pfarrpersonen auf Gewissensfreiheit berufen können, um eine Amtshandlung abzulehnen. Kirchenrat Andrea Bianca erinnerte daran, dass Pfarrpersonen an das Ordinationsgelübde gebunden seien. Allenfalls könne eine Pfarrperson aus Gewissensnot eine Amtshandlung ablehnen. Dies aber in Rücksprache mit dem Dekan und unter der Verpflichtung, eine Pfarrperson zu suchen, die diese Amtshandlung durchführt. (bat)