Zürcher Reformierte mit Millionengewinn

Das Parlament der Reformierten Kirche Kanton Zürich konnte an seiner Versammlung auf ein erfolgreiches Rechnungsjahr zurückblicken. Die Debatte über den umstrittenen Finanzausgleich musste hingegen verschoben werden. Zu viele Fragen seien noch offen.


Nachdem das Zürcher Kirchenparlament vor einer Woche über Sachfragen debattiert hatte (ref.ch berichtete), ging es am zweiten Versammlungstag vom 2. Juli vor allem um Zahlen.

Die Abgeordneten konnten einen überraschend hohen Gewinn von rund 7,6 Millionen Franken für das Jahr 2018 zur Kenntnis nehmen. Budgetiert hatte die Landeskirche ein deutlich geringeres Plus von rund 865’000 Franken. Zur Differenz trugen insbesondere Einsparungen bei den Personalkosten in der Höhe von knapp 4 Millionen Franken bei, wie es in einer Mitteilung heisst.

Erfreut über das Ergebnis zeigten sich die Abgeordneten auch deshalb, weil die Landeskirche mit dem Gewinn ihr Eigenkapital stärken kann. Dies sei seit Jahren das Ziel des Kirchenrates. Mit rund 50 Millionen Franken Reserve ist die Landeskirche nun zwar gut gepolstert. Allerdings stünden dem auch beträchtliche laufende Verpflichtungen entgegen, relativierte die für die Finanzen zuständige Kirchenrätin Katharina Kull das Ergebnis.

Finanzausgleich vertagt

Um Geld wäre es auch in der Debatte um den geplanten neuen Finanzausgleich der Zürcher Landeskirche gegangen. Das Büro der Kirchensynode stellte das Geschäft jedoch kurzfristig zurück. Es seien noch zu viele Fragen offen, um abschliessend darüber zu diskutieren, begründete die vorberatende Kommission den Entscheid gemäss Mitteilung.

Die Revision des Finanzausgleichs ist umstritten. Neu sollen Leistungen auf Grundlage der Steuerkraft der begünstigten Kirchgemeinde berechnet werden. Die Landeskirche will den Finanzausgleich damit an das System des Kantons anpassen. Insbesondere kleinere Kirchgemeinden fürchten dabei finanzielle Einbussen.

Mehr Engagement bei Suizidprävention?

Zum Schluss ging der Kirchenrat auf ein Postulat des Synodalen Michael Wiesmann ein. Wiesmann verlangte Auskunft darüber, wie stark sich die Landeskirche im Bereich Suizidprävention und Nachsorge engagiere. Dies nachdem ein entsprechendes Angebot der Kirchgemeinde Zürich eingestellt worden war.

Bereits heute sei die Landeskirche stark in der Suizidprävention engagiert, führte der Kirchenrat aus. So arbeite man eng mit dem Kanton und weiteren Institutionen zusammen. Zudem betreuten die Seelsorgerinnen der Landeskirche Angehörige und Betroffene in Kirchgemeinden, Spitälern und psychiatrischen Anstalten. Nach einem Vorstoss der vorberatenden Kommission will der Kirchenrat nun prüfen, ob ein weiterer Ausbau des Angebots nötig ist. (no)