Zürich

Synode debattiert Millionenkredit für Klimaschutz

Im Zentrum der Zürcher Kirchensynode vom Dienstag stand der Kampf gegen den Klimawandel. So wurde eine Motion für einen Rahmenkredit von 2,5 Millionen Franken überwiesen, der für entsprechende Massnahmen eingesetzt werden soll.

Die reformierte Zürcher Landeskirche führt in ihren Legislaturzielen 2020–2024 das Ziel «Umweltbewusst handeln». Darin sind verschiedene Massnahmen wie etwa die Zertifizierung aller Kirchgemeinden mit dem Label «Grüner Güggel» vorgesehen. Mit einer Motion forderte eine fraktionsübergreifende Arbeitsgruppe an der Sommersynode, für die Umsetzung dieses Legislaturziels einen Rahmenkredit von 2,5 Millionen Franken einzusetzen. Dies geht aus einer Mitteilung vom 30. Juni hervor. In der Begründung sagte Motionärin Monica Müller, dass die Gesellschaft genau beobachte, ob die Kirche Wasser predige und Wein trinke. Bei der Bewahrung der Schöpfung müsse die Kirche an vorderster Front dabei sein. 

Der Kirchenrat war bereit, die Motion zu übernehmen, sofern am Wortlaut Anpassungen vorgenommen würden. Er schlug unter anderem vor, zur periodischen Erfassung der Energiebilanz sämtlicher Immobilien ein «Grünes Datenkonto» zu nutzen, statt alle Liegenschaften mittels Gebäudeanalysen zu überprüfen. Weiter beantragte er, das Aufgabenfeld «Nachhaltigkeit» einem Kirchenpflegeressort zuzuweisen, das die Nachhaltigkeitsbestrebungen der Kirchgemeinde umfassend vorantreibt, heisst es in der Mitteilung. Die Synode folgte diesen Anträgen und überwies die Motion. Gemäss Kirchenrätin Esther Straub werde der Kirchenrat nun einen Antrag mit einem Massnahmenplan zum Einsatz des anvisierten Betrags vorlegen.

Einführung eines Innovations-Kredits

Weiter plant die Landeskirche im Zuge der Legislaturziele 2020–2024 die Einführung eines Innovationskredits: Innovative Vorhaben sollen finanziell unterstützt werden. In einer Interpellation wurde der Kirchenrat gefragt, nach welchen Kriterien entsprechende Beiträge ausgerichtet werden. Die Frage sei berechtigt, komme aber zu früh, hiess es seitens der Exekutive. In ihrer Antwort stellte sie in Aussicht, der Kirchensynode baldmöglichst ein Konzept vorzulegen, in dem die Voraussetzungen für die Innovationsförderung festgelegt werden.  

Im Rahmen des Projekts «KirchGemeindePlus» konnte die Synode zudem drei Zusammenlegungen von Gemeinden beschliessen. Die neuen Kirchgemeinden heissen Weinland Mitte, Breite und Knonauer Amt. Letztere beinhaltet Aeugst a.A., Affoltern a.A., Bonstetten, Hausen a.A., Hedingen, Maschwanden, Mettmenstetten, Ottenbach und Rifferswil. Bei dieser Abstimmung machten allerdings neben wenigen Gegenstimmen 18 Enthaltungen deutlich, dass der Prozess im Knonauer Amt nicht nur reibungsfrei ablief. Die drei Zusammenschlüsse treten auf den 1. Januar 2022 in Kraft.

Rechnung schliesst mit Überschuss

Schliesslich genehmigten die Synodalen ohne Gegenstimme sowohl den Jahresbericht 2020 als auch die Rechnung 2020 der Zentralkasse. Die Rechnung schliesst mit einem Überschuss von rund 4,8 Millionen Franken, der dem Eigenkapital gutgeschrieben wird. Budgetiert worden war allerdings ein Minus von rund 3,5 Millionen Franken. Diese Abweichung vom Budget ist in erster Linie auf die Pandemie zurückzuführen, heisst es in der Mitteilung. Zahlreiche geplante Angebote oder Veranstaltungen konnten nicht oder nur in anderer Form durchgeführt werden. (bat)